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Visper ärgern sich über den Schwerverkehr im Lonzastädtchen
Immer mehr Lastwagen zwängen sich durchs Visper Nadelöhr


Camion-Flut bereitet den Vispern zunehmend Sorgen
 
Visp / Der zunehmende Schwerverkehr durch Visp bewegt die Gemüter der Bevölkerung und Parteipolitiker. Vertreter von CVP, FDP und SP fordern Massnahmen. Auch Gemeindepräsident René Imoberdorf (CSP) zeigt sich besorgt. Er wird im Auftrag des Gemeinderates Erkundigungen beim Kanton einholen, bevor allfällige Massnahmen gefordert werden.

Von German Escher

„Die Situation ist penetrant“, sagt Stefan Salzmann, Präsident der CVP Visp zur RZ. „Seit dem Unfall am Gotthard rollem immer mehr Camions durch Visp. Wenn im Sommer noch der Tourismusverkehr hinzukommt, dann haben wir ein riesiges Chaos.“ Und FDP-Ortsparteipräsident Walter Lengacher hält im Gespräch mit der RZ fest: „Die Belastung ist durch die 40-Tönner markant gestiegen.“ Wenn man auf der Landbrücke stehe und ein 40-Tönner fährt vorbei, komme die Brückenkonstruktion richtig ins Schwingen. Lengacher geht noch weiter und vermutet: „Wiederholte Rohrbrüche diesen Winter lassen vermuten, dass diese Leitungen dem Druck von 40-Tönnern nicht standhalten.“ Schäden an der Infrastruktur, Gestank, Lärm und ein erhöhtes Risiko sind die Folgen. Die SP, die sich wie FDP und CVP im letzten Visper Anzeiger zum Schwerverkehr geäussert hat, spricht von einer Zumutung. Die Linke verlangt vom Gemeinderat, dass dieser über den Kanton beim Bund interveniert und Massnahmen eingeleitet werden. Gefordet werden unter anderem eine Maximallänge von zwölf Metern und Höchstbreite von 2,5 Metern sowie ein Mindestabstand von 100 Metern zwischen den Camions.

Gemeinderat klärt ab
Den Druck der Parteien spürt auch der Gemeinderat. Vergangene Woche hat das Gremium beschlossen, Erkundigungen beim Kanton einzuholen. Man wolle genau wissen, ob die 40 Tönner überhaupt durchs Wallis und somit durch Visp fahren dürfen, ob es sich um eine vorübergehende Durchfahrterlaubnis handelt und wo sich allfällige Stauräume befinden, fasst Gemeindepräsident René Imoberdorf gegenüber der RZ zusammen: „Wir sind beunruhigt. Nicht nur die Lastwagen-Frequenz, sondern die Art der Ladung bereitet uns Sorgen.“ Die im Rahmen der Neugestaltung verengte Ortsdurchfahrt und kleinen Kreisel lassen die grossen Lastwagen noch wuchtiger erscheinen - und erhöhen auch das Staurisiko. Gemeindepräsident Imoberdorf: „Es ist nicht absehbar, wie sich die Verkehrssituation unter diesen Umständen im Sommer entwickelt. Darunter leidet nicht nur Visp, sondern das ganze Oberwallis.“ Er kenne keine andere so grosse Ortschaft in der Schweiz, wo soviele Camions durchfahren.

Schäden befürchtet
Unter den zahlreichen, schweren Lastwagen leidet auch die Infrastruktur. Laut Präsident Imoberdorf könnte die Landbrücke wegens des Mehrverkehrs Schaden nehmen. Auch Gemeinderat Philipp Teysseire, Präsident der Kommission Verkehr/Planung und Ingenieur, bestätigt gegenüber der RZ: „Die Landbrücke ist nicht für 40-Tönner-Lastwagen konzipiert.“ Für den CVP-Gemeinderat ist deshalb auch klar: „Die jetztige Situation darf nicht zum Dauerzustand werden.“ Es gehe jetzt darum, die Auskünfte des Kantons und den definitiven Autobahn-Variantenentscheid abzuwarten und dann Massnahmen zu formulieren. Aber in Visp gibt man sich keinen grossen Illusionen hin. Eine provisorische Umfahrung von Visp ist für den Kanton derzeit kein Thema. Also brächte erst die langersehnte Autobahn eine markante Entschärfung. Und das dauert mindestens bis ins Jahr 2008.


 

 

      
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