| Naters / Brig / Die Arbeiten an den Plänen,
wie sich das UNESCO Weltnaturerbe Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn in Zukunft
entwickeln soll, haben noch nicht einmal begonnen. Und schon geht der Verteilkampf
in der Region los.
Von Waldemar Schön
Alle sind sich einig: Das UNESCO-Label ist
eine unschätzbare Chance für die künftige positive Entwicklung
des Aletschgebietes, wie es die Natischer Gemeindepräsidentin
Edith Nanzer-Hutter am vergangenen Montag auf den Punkt brachte. Nur ist
man sich in der Politik und im Tourismus bei weitem nicht einig, wie die
verschiedenen Etappen auf dem Weg vom UNESCO-Label hin zum UNESCO-Erfolg
hinter sich gebracht werden sollen.
Der SP-Vorschlag
Neustes Beispiel ist der Antrag der SP Bezirkspartei Brig zur
Überprüfung des (Briger SBB-) Bahnhofgebäudes als idealer
Standort für das künftige UNESCO-Besucherzentrum. Für
Naters ist klar, dass dieser Standort im alten Gertschen-Areal in Naters
rund fünf Gehminuten vom Bahnhof Brig entfernt sein wird, unter Umständen
kombiniert mit dem schon lange geplanten Natischer Gardemuseum, wie Edith
Nanzer-Hutter gegenüber der RZ bemerkte. Verkehrstechnische Überlegungen
und die neue Nutzung, welcher die SBB das alte Bahnhofgebäude zuführen
wollen, führten die SP Berzirkspartei Brig unter Präsident German
Eyer dazu, die Variante eines Zentrums im Bahnhofgebäude Brig zu
prüfen.
Die Vorteile
Ein entsprechendes Schreiben ging an die Räte von Naters und
Brig. Die Begründung aus dem Schreiben: Brig bleibe auch in Zukunft
der zentrale Verkehrsknotenpunkt; die Erfahrung in anderen UNESCO-Gebieten
zeige, dass ein Besucherzentrum in unmittelbarer Nähe des Ankunftsortes
des Gastes liegen müsse; die Kooperation mit der BLS und dem
Weltkulturerbe Altstadt Bern rücke auch den SBB-Bahnhof in den Vordergrund;
ein Besucherzentrum würde im Hinblick auf die Bahnhofdiskussion Brig-Visp
die Position des Bahnhofs Brig gegenüber Visp klar stützen;
das geplante Parkhaus im Bahnhof Brig spreche für diesen Standort
und dieser Standort ermögliche es, Synergien zwischen UNESCO-Besucherzentrum
und dem Gästeinfo-Center Oberwallis zu nutzen.
Die Reaktionen
Die Interessengemeinschaft, die sich bis
anhin um UNESCO-Fragen kümmerte, war über diesen Vorschlag der
SP informiert, wie Beat Ruppen auf Anfrage mitteilte. Die Reaktion von
Ruppen: Brig als Standort ist zwar eine Möglichkeit. Aber da
Brig nicht zu den 15 UNESCO-Gemeinden gehört, wäre es der Bevölkerung
dieser Gemeinden nicht einfach zu kommunizieren, wenn das Zentrum dort
zu liegen käme. Und Edith Nanzer-Hutter doppelt nach: Es
stellt sich die Frage, ob man wirklich alles im Bahnhof Brig konzentrieren
will. Denn die fünf Gehminuten nach Naters sind kein wirklicher Grund,
Naters als Standort in Frage zu stellen. Diskussion also abgeschlossen?
Nein, so Nanzer-Hutter. Wir sind schon verschiedentlich
mit Vertretern von Brig zu diesem Thema zusammengekommen und werden auch
in Zukunft das Gespräch suchen. Denn auch mit einem Standort des
Besucherzentrums in Naters wird Brig direkt von diesem Angebot profitieren
können.
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