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Eine zwei Meter hohe Schutzwand soll das Wohngebiet vor dem Lärm der NEAT-Züge schützen
919 Meter Lärmschutz für Visp West


2 Meter Schutzwand gegen über 200 Züge pro Tag
 
Visp / Seit einigen Tagen liegt das Lärmsanierungsprojekt Visp-West auf. Die Hauptmassnahme: Auf einer Länge von 919 Meter soll eine zwei Meter hohe Lärmschutzwand erstellt werden. Mit Einsprachen der Angrenzer und der Gemeinde, die Nachbesserungen verlangen, ist zu rechnen.

Von German Escher

Die NEAT bringt nicht nur bessere Verbindungen, sondern auch mehr Lärm. Was das konkret heisst, verdeutlicht das Dossier, das derzeit in den Gemeinden Visp und Baltschieder aufliegt: Bis zum Jahr 2015 werden tagsüber 130 Personen und 41 Güterzüge, nachts 17 Reise- und 26 Güterzüge durch Visp rollen. Das sind 214 Züge oder doppelt soviel wie heute (103 Züge). Weil in den nächsten Jahren auch das Rollmaterial lärmtechnisch verbessert wird, nimmt die Lärmbelastung nicht im selben Ausmass zu. Massnahmen sind trotzdem unumgänglich.

3 Millionen gegen den Lärm
Das Lärmsanierungsprojekt, das heute Donnerstagabend in Visp im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung im Detail vorgestellt wird, sieht im wesentlichen zwei Massnahmen vor: Von der Unterführung bei der Brücke Acifer bis zur Vispa ist auf der nördlichen Geleiseseite eine insgesamt 919 Meter lange Lärmschutzwand aus Beton vorgesehen. Die Wandhöhe beträgt ab Oberkante Geleise zwei Meter. Die Beeinträchtigung des Ortsbildes könne noch im akzeptablen Rahmen gehalten werden, heisst es dazu im Auflagedossier. Dank der Schutzwände wird der Lärm zwar massiv gedämpft. Aber in den höheren Stockwerken wird das Schutzziel kaum überall erreicht werden, wie aus dem umfangreichen Unterlagen weiter hervorgeht. Bei diversen Grundstücken und Gebäuden verbleibe immer noch eine Überschreitung der Immissionsgrenzwerte. In diesem Fällen schlagen die SBB den Einbau von 31 Schallschutzfenstern vor. An diesen Kosten müssen sich die Gebäudeinhaber mit 50 Prozent beteiligen. Die gesamten Investitionskosten gegen den Lärm belaufen sich auf 3.06 Millionen Franken. Die Schutzmassnahmen sind laut Vorgaben des Bundes bis zur Inbetriebnahme der NEAT im Jahr 2007 zu realisieren.

Testfall fürs ganze Oberwallis
Mit Einsprachen der Eigentümer, aber auch der Gemeinde Visp ist zu rechnen. Gemeinderat Philipp Teysseire (CVP) zur RZ: „Wir wollen eine möglichst optimale Lösung.“ Dass es dazu auch politischen Druck braucht, damit sich die SBB nicht auf Minimum-Massnahmen beschränken, liegt auf der Hand. Verglichen zu den gewaltigen Investitionen in die Bahninfrastruktur oder im Unterschied zu den wesentlich teureren Lärmschutzmassnahmen im Kanton Uri sind die drei Millionen für den Raum Visp-West eher bescheiden. Gemeinderat Teysseire möchte deshalb, dass sich auch der Kanton im komplexen Lärmdossier engagiert. Denn der Abschnitt Visp-West könnte zu einem Testfall für die gesamte Lärmsanierung werden. Das geht auch aus dem Auflagedossier hervor: „Der rege Bahnbetrieb im Untersuchungsgebiet Visp-West führt bereits heute dazu, dass bei den angrenzenden Gebäuden mit lärmempfindlichen Räumen die Immissionsgrenzwerte überschritten werden. Da dieser Zustand ohne spezielle bauliche Massnahmen bis in Jahr 2015 nicht behoben werden kann, respektive sich infolge des Alptransit die Verkehrszahlen sogar verdoppeln, untersteht der Streckenabschnitt Lausanne - Simplontunnel - Iselle der ordentlichen Lärmsanierungspflicht.“ Die Konsequenz: Nicht nur der Raum Visp, sondern der ganze Abschnitt bis zum Simplontunnel muss lärmsaniert werden. Das Lärmschutzkonzept für die Durchfahrt Visp wird im nächsten Jahr gemeinsam mit dem Umbauprojekt Bahnhof Visp aufgelegt. Wann die Lärmsanierungen talaufwärts publiziert werden, ist noch offen.


 

 

      
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