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Gemeindepräsident von Ried-Mörel wehrt sich gegen Gerüchteküche
„Ried-Mörel wird nicht untergehen“


Nach dem Schuldenauf- folgt nun der Schuldenabbau
 
Ried-Mörel / Nicht erst der Bericht Angelini hat an den Tag gebracht, dass die finanzielle Situation der Gemeinde Ried-Mörel nicht auf Rosen gebettet ist. Professionelle Hilfe soll jetzt die Angelegenheit regeln, während neue Finanz-Gerüchte aufkommen.

Von Waldemar Schön

Schwache Finanzkraft, wenige Einwohner, viele Aufgaben im Infrastrukturbereich und eine wenig massvolle Schuldenwirtschaft: So lautet das Finanz-Fazit über zahlreiche Oberwalliser Gemeinden – so auch Ried-Mörel. Im Jahr 2000 lag die Nettoverschuldung bei 5,262 Mio. Franken – 16’445 Franken pro Kopf, bei einem Steueraufkommen von rund 1,3 Mio. Franken pro Jahr.

Normale Situation?
Gut informierte Kreise wollen wissen, dass auf den Schultern der Gemeinde überfällige Rechnungen in der Höhe von 1,1 Mio. Franken lasten. Am Anfang sollen es sogar 1,4 Mio. Franken gewesen sein, ergaben RZ-Recherchen. Verschiedene Rechnungen seien aber fälschlicherweise bei der Gemeinde gelandet. Gemeindepräsident Hans Kummer: „Es ist doch fast immer so, dass zum Jahreswechsel die Höhe der fälligen Zahlungen steigt. Mittlerweile ist die Summe auf rund 800’000 Franken geschrumpft.“ Auch dass die hohe Summe auf den umstrittenen Strassenbau auf der Riederalp zurückzuführen sei, lässt Hans Kummer nicht gelten. „Wir haben schon 500’000 Franken an die Kosten der Strasse bezahlt. Weitere 650’000 Franken werden über den Mehrwert finanziert.“

Finanzlage wird besser
Dass die Gemeinde mit den Gläubigern Kontakt aufgenommen habe, um ihnen den späteren Erhalt der Gelder zuzusichern, stimme auch nicht, so Hans Kummer. Und von Zahlungsunfähigkeit, die der RZ aus dem engsten Kreis der Gemeinde bestätigt wurde, will der Rieder Gemeindepräsident schon gar nichts wissen. „Wir kommen unseren Verpflichtungen nach. Zudem treffen jetzt auch die ersten Steuerzahlungen ein.“ Und zur Zukunft? „Die Finanzsituation wird sich in den nächsten Jahren deutlich entschärfen. Denn alle grossen Werke sind erledigt. Die Infrastruktur ist sehr gut und auch das Waldbauprojekt wird im nächsten Jahr abgeschlossen.“

Aktien für Schuldenabbau
Selbst der externe Finanzberater, Klaus Zurschmitten, habe der Gemeinde bestätigt, dass sie in den nächsten Jahren Schulden abbauen könne. „An die 250’000 Franken werden dies pro Jahr sein“, so Kummer. Das allerdings nur, wenn man auf Neuinvestitionen verzichtet. Also keine schlaflosen Nächte für den Gemeindepräsidenten? „Ich kümmere mich um die Gemeinde und sorge mich darum. Aber ich kann jedem in die Augen blicken, wenn es darum geht, für die Gemeinde gerade zu stehen.“ Beim Schuldenabbau könnten auch die stattlichen Aktienpakete eine Rolle spielen, die Ried-Mörel an den Verkehrsbetrieben und den Riederalp-Bahnen hält. Mit rund einer Million Buchwert stehen diese in der Gemeinderechnung 2000. „Wenn sich Einheimische dazu entschliessen, Aktien zu kaufen, geben wir diese auch her – aber nicht unter dem Nennwert“, so Hans Kummer. Gerade in letzter Zeit habe die Gemeinde 50 Aktien an einen Einheimischen verkauft. Und selbst wenn die mächtigen Bettmeralp-Bahnen anklopfen würden, wäre die Gemeinde Ried-Mörel laut Hans Kummer nicht abgeneigt.

Gemeinde-Fusion
Ergaben RZ-Recherchen, dass Teil des Gemeinderates wenig einsichtig war, was die tatsächliche finanzielle Lage der Gemeinde anbelangt, so scheint sich jetzt das Blatt der Einsichtigkeit tatsächlich gewendet zu haben. Der externe Finanzbericht zum Thema Gemeindefusion Ried-Mörel, Greich und Goppisberg soll noch bis Mitte März mit dem Staatsrat besprochen werden. Bereits Ende 2002 oder Anfangs 2003 soll nach dem Willen des Staatsrates die Abstimmung zur genannten Fusion vor sich gehen. „Und da ist Ried-Mörel keine schlechte Braut“, hält Hans Kummer seinen Kritikern entgegen, die in seinen Augen nur der Gemeinde schaden wollen. „Die Gemeinde Ried-Mörel wird nicht untergehen.“


 

 

      
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