D i e   a u f l a g e s t ä r k s t e   Z e i t u n g   d e s   O b e r w a l l i s

      
Entwurf des regionalen Leitbildes Brig-Naters vorgestellt
Brückenschlag von Brig nach Naters

 
Naters / Brig-Glis / Brig-Glis und Naters wollen gemeinsam ihre Entwicklung vorantreiben. Grundlage ist das regionale Leitbild, das im Entwurf vorliegt und am Dienstag den Medien präsentiert wurde. Eines der wichtigsten Projekte: Zwischen Brig-Glis und Naters soll eine Fussgängerbrücke entstehen – ein Brückenschlag mit Symbolcharakter.

Von German Escher

Die strategische Zielsetzung ist unmissverständlich klar: Die Agglomeration Brig-Glis-Naters will sich als das Dienstleistungs- und Bildungszentrum des Oberwallis positionieren. Man will zur Region mit der höchsten städtischen Wohn- und Lebensqualität im Kanton werden und zugleich bedeutendster Tourismus- und Kongressort der Walliser Talebene, das Tor zum UNESCO-Weltnaturerbe und das Einkaufszentrum des Oberwallis sein. Diese Ziele sollen mit mehreren Massnahmen erreicht werden, die nach einjähriger Vorarbeit der Kommission letzten Samstag in einem gemeinsamen Workshop der Natischer und Briger Gemeinderäte diskutiert worden sind.

Bahnhof als Rückgrat der Region
„Der Bahnhof Brig ist das Rückgrat der Agglomeration“, bekräftigt Kommissionspräsident Eduard Brogli. Ein städtebauliches Massnahmenpaket zielt deshalb auf die Stärkung des Bahnhofs. Die Schaffung neuer Parkierungsmöglichkeiten sowie die Neugestaltung und Umnutzung des Bahnhofareals mit dem Bau der Hochperronanlage für die Matterhorn-Gotthard-Bahn gehören ebenso dazu wie die neuen Einkaufs- und Verpflegungsmöglichkeiten in Verbindung mit Ausstellungen.

Neue Bahn auf die Belalp
Zur Stärkung des Bahnhofs trüge auch die neue Bahn vom Talgrund auf Belalp bei. Ein möglicher Standort der Talstation könnte sich gegenüber der heutigen BLS-Brücke in Naters befinden. Als prüfenswert wird auch eine Talstation im östlichen Stapfen-Quartier bezeichnet. Gemäss Kommissionspräsident Brogli handelt es sich um ein „ehrgeiziges Projekt, das der Region aber entscheidende Vorteile verschafft.“ Der Stadtberner etwa wäre schneller auf der Belalp als in Adelboden. Erste grobe Kostenschätzungen belaufen sich auf 40 bis 50 Millionen Franken. Trotzdem kommt das Leitbild zum Schluss: „Eine Machbarkeitsstudie drängt sich auf.“

Fussgängerbrücke über den Rotten
Realistischer und von den Gemeinderäten am Workshop stark befürwortet ist eine weitere Massnahme: Der Bahnhof Brig soll mit einer Fussgänger- und Radfahrerbrücke mit dem Kelchbachquartier verbunden werden. Damit würde die Verbindung Brig-Naters, aber auch das Kelchbach-Quartier als Zentrum von Naters gestärkt. In den Skizzen zum Leitbild ist der Parkplatz am Kelchbach auch als möglicher Standort des UNESCO-Centers aufgeführt. Es handle sich um einen Vorschlag der Arbeitsgruppe, präzisierte dazu die Natischer Präsidenten Edith Nanzer.

Das Leitbild enthält noch eine Fülle weiterer Massnahmen. Einige Beispiele: Auf dem heutigen FO-Trassee soll ein neuer Fussgänger- und Radweg entstehen, auf dem gar Elektrobusse zirkulieren könnten. Im Glisergrund ist die Erweiterung des Biotops mit einem künstlichen See zu prüfen. In Brigerbad wäre die ganzjährige Öffnung des Thermalbades und der Bau eines Vierstern-Hotels wünschenswert.

Keine Alibi-Übung
„Es soll keine Alibi-Übung, sondern ein konkret umsetzbares Leitbild werden“, betont der Kommissionsvorsitzende Eduard Brogli. Aber noch fehlt eine klare Prioritätenliste. Deshalb soll nach der Vernehmlassung das Ganze in eine behördenverbindliche Form gegossen wird. Das wird dann wohl auch die Meinung der SP beinhalten, die aus Protest dem Workshop fernblieb. Von vermehrter Zusammenarbeit zu sprechen und dann an einem gemeinsamen Workshop nicht teilzunehmen, ist für die Briger Stadtpräsidentin Viola Amherd „schlicht unverständlich.“


 

 

      
Heute & morgen

/

/


RZ-Newsletter
Email-Adresse eingeben und Sie werden informiert:
Suchen


Have a look at: