| Brig-Glis / Eingangs
Brig sind auf einer Länge von 544 Metern Lärmschutzwände
geplant. Das geht aus dem Plangenehminungsgesuch Lärmsanierung
Eisenbahnanlagen" hervor, das gegenwärtig auf der Gemeindeverwaltung
in Brig-Glis aufliegt.
Von German Escher
Der Bahnverkehr im Rhonetal wird mit der Eröffnung der NEAT sprunghaft
zunehmen. Heute rollen am Tag 72 Personen- und 19 Güterzüge
sowie nachts 11 Personenzüge und 7 Güterkompositionen durch
Brig. Im Jahr 2015 werden es gemäss Auflagedossiers tagsüber
101 Personen- und 46 Güterzüge sein. Während der Nacht
werden 11 Personen- und 27 Güterzüge erwartet. Zusammengefasst
heisst dies: Statt 109 werden pro Tag 185 Züge durch die Simplonstadt
rollen. Die Schlussfolgerung gemäss Auflageprojekt: Insbesondere
der zukünftige nächtliche Güterverkehr führt in Teilen
des Untersuchungsgebietes Brig-Glis zu hohen Lärmbelastungen."
2 Meter hohe Lärmschutzwände
Laut Experten kann die starke Zunahme des Bahnverkehrs durch Massnahmen
am Rollmaterial alleine nicht ausgeglichen werden. Deshalb sollen auf
einer Länge von insgesamt 544 Metern zwei Meter hohe Lärmschutzwände
aus Beton gebaut werden - und zwar auf der Höhe des Polizeigebäudes
bis zu den Perronanlagen auf dem Bahnhof.
63 Schallschutzfenster
Diese Massnahmen alleine werden nicht ausreichen. Betroffen sind vor
allem die Wohngebiete Altes Spital, Denner-Kreisel, Viktoriastrasse. Hier
werden trotz Lärmschutzwänden nach wie vor die Immissionsgrenzwerte
überschritten", wie es im Auflagedossier heisst. Um alle
Gebäude innerhalb des Teilbereichs zu schützen, müssten
die Lärmschutzwände verlängert werden, was aus Kosten-Nutzen-Gründen
nicht möglich ist." Deshalb sollen an den betroffenen Gebäuden
Schallschutzfenster eingebaut werden. Gemäss Auflageprojekt müssten
insgesamt 63 Fenster ausgewechselt werden. Dieselbe Argumentation führen
die Fachleute auch bei betroffenen Wohnhäusern im südlichen
Teil von Brigerbad ins Feld. Schallschutzfenster statt Lärmschutzwände
heisst auch hier das Konzept. Allerdings beteiligt sich der Bund nur an
Schallschutzmassnahmen an Gebäuden, die vor dem 1. Janaur 1985 erstellt
wurden. Für diese Massnahme sind insgesamt knapp 79`000 Franken vorgesehen.
Die Gesamtkosten des Lärmschutzprojektes beläuft sich auf 1,88
Millionen Franken.
Stadtpräsidentin erstaunt
Ich bin erstaunt, dass nicht mehr geplant ist", erklärte
Stadtpräsidentin Viola Amherd in einer ersten Stellungnahme gegenüber
der RZ. Der Stadtrat will zunächst das Dossier studieren und dann
über das weitere Vorgehen - allenfalls in Absprache mit den Nachbargemeinden
- entscheiden.
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