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Die angekündigten Subventionskürzungen in der Waldwirtschaft schüren Emotionen bei den Betroffenen
„Jetzt sind unsere Politiker gefragt!“

 
Ernen / Oberwallis / Der drohende Kahlschlag im Subventionswald des Bundes wird morgen Abend eines der Hauptthemen an der Jahresversammlung des Oberwalliser Forstvereins sein. „Wir hoffen auf unsere Politiker in Bern“, erklärt Kreisförster Siegfried Bellwald gegenüber der RZ.

Von Ruth Seeholzer

Der Bund spart, und das querfeldein. Kein Ressort bleibt verschont. Besonders hart trifft es die Waldwirtschaft, die bis zu 80 Prozent von Bund und Kantonen subventioniert ist. „Bis ins Jahr 2006 will der Bund 50 Millionen Franken jährlich in der Waldwirtschaft einsparen“, meint Kantonsförster Christian Werlen. Eine Nachricht, die unter den Forstarbeitern Besorgnis ausgelöst hat.

Entlassungen möglich?
„Ich habe Angst, dass sie einige von uns entlassen müssen.“ Der Gommer Waldarbeiter steht mit seinen Befürchtungen nicht alleine da. Ein weiterer Forstarbeiter meint gegenüber der RZ: „Vielleicht müssen sie niemanden entlassen, aber zu spüren bekommen wir die Kürzungen ganz sicher.“ Die Sparmassnahmen des Bundes betreffen die gesamten Sparten der Waldwirtschaft. So werden zum Beispiel die Ausgaben für den Bereich Schutzwaldpflege zuerst um zehn und dann um zwanzig Prozent gekürzt. „Eine Massnahme, die vor allem uns Bergkantone schmerzt“, meint Siegfried Bellwald, Kreisförster für die Gebiete Visp und Stalden und Umgebung sowie Inneres Nikolaital und Saastal. „Wir sind im Rückstand mit der Waldpflege. Mit diesen Kürzungsmassnahmen werden wir kaum aufholen können.“ Die Folge: „Die Schutzwirkung ist eines Tages nicht mehr gewährleistet.“

Sofortiger Projektstopp!
Was den Förstern jedoch am meisten Sorgen bereitet, ist das sofortige Projekt-Moratorium. „Projekte, die der Eidgenössischen Forstdirektion bis und mit 3.3.2003 eingereicht worden sind, werden von uns geprüft und bearbeitet. Alle anderen Projekte (...) werden vorderhand nicht mehr bearbeitet.“ In diesem Schreiben der Eidgenössichen Forstdirektion an die erweiterte Kantonsoberförsterkonferenz vom 10. März dieses Jahres werden die Kantonsförster weiter „dringend ersucht, ab sofort und bis auf weiteres keine Projekte mehr einzureichen“. Auch Notprogramme wie der Felsabbruch im Medji bei St. Niklaus oder Staldenried sind von diesen Massnahmen betroffen.

Kantonsförster Werlen beruhigt
„Dieser Projektionsstopp ist nur ein Moratorium“, erklärt Kantonsförster Christian Werlen gegenüber der RZ. Und damit will er auch die Wald- und Forstarbeiter an der morgigen Generalversammlung des Oberwalliser Forstvereins beruhigen. „Es wurde beschlossen, dass dieses Moratorium voraussichtlich nur bis zum 1. Juni 2003 dauern soll.“ Also doch ein Aufatmen für die einheimische Forstwirtschaft? Nicht ganz, meint Werlen. „Die privaten Waldbesitzer werden wohl zur Kasse gebeten werden müssen.“


 

 

      
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