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Bahnen prüfen aus Kostengründen Varianten für einen Güterumschlag in Brig
Güterterminal in Brig statt in Visp?

 
Brig / Visp / Der neue Güterbahnhof in Visp droht dem Sparstift zum Opfer zu fallen. Einer abgespeckten Variante wird jetzt ein neuer Lösungsvorschlag in Brig gegenübergestellt.

Von German Escher

Ursprünglich war im Westen von Visp, in unmittelbarer Nähe zur Automobilkontrolle, ein Umschlagterminal für den Güterverkehr geplant. Hier sollen nach der Inbetriebnahme der NEAT die Güter von den SBB und von der Strasse auf die Schmalspur und umgekehrt verladen werden. Doch das Projekt kam auf über 40 Millionen Franken zu stehen, die kaum zu finanzieren sind. Als der SBB-Verwaltungsrat den Kredit für den Personenbahnhof in Visp bewilligt hatte, legte er zugleich das Kostendach für die Güterumschlagsanlage auf maximum 30 Millionen Franken fest. Also musste man über die Bücher.

Bahnen prüfen Alternative
Gemäss RZ-Recherchen fällt vor allem die Anbindung der neuen Güterumschlagsanlage an den Schienenstrang der Schmalspurbahn finanziell ins Gewicht. So müsste beispielsweise eine neue Bahnbrücke über die Vispe gebaut werden. Einsparungen gingen also vor allem zu Lasten des Güterterminals. Das hat die Matterhorn-Gotthard-Bahn bewogen, neue Standorte ins Auge zu fassen. Auch seitens der SBB werden die RZ-Recherchen bestätigt: „Es gibt je eine Variante in Visp und in Brig, die jetzt auf die Stufe Vorprojekt gebracht werden“, erklärt SBB-Pressesprecher Christian Kräuchi. „Für uns spielt es keine Rolle, wo dieser Güterumschlag erfolgt. Mit durchschnittlich vier Bahnwagen pro Tag gehören die SBB nicht zu den Hauptnutzern der Güterumschlagsanlage. Wichtiger ist die Standortfrage für die Matterhorn-Gotthard-Bahn.“

Helmut Biner, Mediensprecher der Matterhorn-Gotthard-Bahn, meint dazu gegenüber der RZ: „Es gibt ein ausgearbeitetes Projekt für Visp. Parallel dazu wird eine Variante in Brig evaluiert - und zwar in Zusammenarbeit mit den SBB und der Post. Bis zum Sommer sollen beide Projekte auf dem gleichen Planungsstand sein.“ Weitere Details zum Alternativstandort in Brig sind derzeit offiziell nicht erhältlich. Gemäss RZ-Recherchen drängen sich in Brig als Standort die alten Güterhallen/Zollfreilager zuhinderst im Rhonesandquartier auf. Mit dem Bau der Ost-Ausfahrt für die Matterhorn-Gotthard-Bahn wäre dieses Areal gleichzeitig auch für die künftige Güterumschlagsanlage optimal erschlossen.

Entscheid im Herbst?
Mit einem Entscheid ist voraussichtlich im Herbst zu rechnen. Gemäss Biner werden dabei nicht bloss die Investitionen, sondern auch Betriebskosten eine grosse Rolle spielen. Die Schmalspurbahn beliefert vor allem Kunden im Mattertal. Über die Kosten und Finanzierungsmodelle konnten sich die SBB, die weitgehend auch Bodeneigentümerin des Briger Standorts sind, nicht äussern. Man hofft jedoch, dass der neue Güterterminal unabhängig von der Standortwahl bis zur NEAT-Eröffnung bereit steht.


 

 

      
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