| Zermatt / Das Sozialmedizinische
Zentrum (SMZ) von Zermatt und Umgebung feiert dieser Tage sein 20jähriges
Bestehen und erfüllt eine wichtige Aufgabe im sozialen Bereich.
Von Walter Bellwald
Als wir in Zermatt mit unserer Arbeit angefangen haben, waren wir
drei Leute, schaut Peter Bucher (49), Leiter des SMZ Zermatt und
Umgebung, auf die Anfänge zurück. Heute beschäftigt das
SMZ Zermatt 38 Personen, die sich fünfzehn Vollzeitstellen teilen.
Mehr Einheimische
Zermatt ist mit seinen 5500 Einwohnern die grösste Gemeinde im
Nikolaital. Davon sind 31 Prozent Ausländer mit einer Jahresbewilligung.
Hinzu kommen noch einmal 1000 bis 1500 ausländische Arbeitskräfte,
je nach Saison. Während früher vorwiegend ausländische
Arbeitnehmer die Hilfe des SMZ in Anspruch genommen haben, ist heute die
Nachfrage nach sozialer Unterstützung zwischen Ausländern und
Einheimischen in etwa ausgeglichen. Der Gang aus der Anonymität
an die Öffentlichkeit und die Inanspruchnahme von Hilfeleistungen
sind heute um einiges leichter als noch vor zwanzig Jahren, bemerkt
Peter Bucher. Trotzdem tun sich vor allem ältere Menschen immer noch
schwer damit beim SMZ vorstellig zu werden.
40 Sozialhilfegesuche
Vor zwanzig Jahren habe fast niemand im Touristenort diese Dienstleistung
gekannt, erinnert Peter Bucher. Das hat sich in der Zwischenzeit geändert.
Auch im mondänen Zermatt sind die Suchtgefahren, die Wirtschaftskrise
und der gesellschaftliche Wandel nicht einfach spurlos vorbeigegangen.
Davon betroffen sind vor allem alleinerziehende Frauen und Mütter,
die am Existenzminimum leben. Aber auch Jugendliche mit Alkohol- und Drogenproblemen
oder familiären Schwierigkeiten suchen Hilfe und Unterstützung
beim Sozialamt. Wir beraten die Jugendlichen und ihre Eltern und
helfen ihnen, sich wieder ins soziale Netz zu integrieren. Momentan
stehen 40 Sozialhilfeempfänger auf der Liste des SMZ Zermatt. Gegenüber
den grossen Zentren im Talgrund sind das verhältnismässig wenig
Leute, schwächt der Zentrumsleiter ab.
Breites Spektrum
Das SMZ steht aber nicht nur bei Suchtproblemen beratend zur Seite,
sondern stellt auch entsprechendes Fachpersonal für Familienhilfe
oder ambulante Hauskrankenpflege zur Verfügung. Die Familienhilfe
beinhaltet eine individuelle Hilfeleistung in Form von hauswirtschaftlichen
Tätigkeiten, Grundpflege, Beratung und Betreuung zu Hause. Die Gesundheits-
und Krankenpflege des SMZ hilft Menschen jeden Alters, die in ihrem Heim
pflegerische Hilfe und Unterstützung brauchen. Ein Mahlzeitendienst
unterstützt die Hilfe zu Hause. Mit der Tagesstätte Nikolaital,
einem Begegnungsort für ältere Menschen, der Tageselternvermittlung
und dem Mittagstisch für Kindergärtner und Primarschüler
wird das Angebot des SMZ komplettiert.
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