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Am 18. Mai stimmen die Natischer und Briger über die SP-Initiative für eine engere Zusammenarbeit ab
Rücken Brig-Glis und Naters jetzt noch näher zusammen?

 
Brig-Glis / Naters / Das Stimmvolk von Brig-Glis und Naters hat am 18. Mai über die SP-Initiative abzustimmen, die im wesentlichen eine engere Zusammenarbeit der beiden Gemeinden verlangt und je nach Resultat der Expertenarbeit allenfalls gar zur Fusion von Naters und Brig-Glis führen könnte. Über einen allfälligen Zusammenschluss würde aber frühestens 2004 abgestimmt.

Von German Escher

Im Juni 2002 reichten die SP-Ortsparteien ihre Initiative „Für eine vernünftige Zusammenarbeit zwischen Brig-Glis und Naters“ (siehe Initiativtext unten) ein. In Brig unterzeichneten 869 und in Naters 643 Bürgerinnen und Bürger das Volksbegehren. Trotz „formalrechtlicher Bedenken“ haben die Räte die Initiative als zulässig erklärt.

Die Stossrichtung der Initianten: Mit einer intensiveren Zusammenarbeit Steuergelder sparen und die Agglomeration Brig-Glis-Naters mit annähernd 20`000 Einwohnern stärken.

Mehrheit der Räte dagegen
Die SP-Initiative ist politisch sehr umstritten. Die Mehrheit der Gemeinderäte in Brig-Glis und Naters haben sich gegen das Begehren ausgesprochen. Es bestehe im Gegensatz zu den Kleingemeinden keine Notsituation. Auch raumplanerische Vorteile seien nicht erkennbar, argumentiert die Ratsmehrheit. Ebenfalls die Einsparmöglichkeiten werden angesichts der bereits heute tiefen Personalkosten angezweifelt. Zudem verweist die Ratsmehrheit auf die heute bestehende interkommunale Zusammenarbeit. Nebst den bekannten Zweckverbänden werden beispielsweise auch der Ortsbus, die Inline-Skating-Anlage oder die kürzlich geschaffene regionale Jugendarbeitsstelle erwähnt. Das Fazit des Briger Stadtrates: „Das grundsätzliche Anliegen der Initianten kann durch eine Intensivierung der interkommunalen Zusammenarbeit unter Beizug eines Experten auf rein operativer Ebene besser, schneller und billiger als mit der Initiative realisiert werden.“

SP und FDP gegen C-Parteien
Während in Brig-Glis die SP-Initiative bisher kaum grosse Wellen wirft, wird der Abstimmungskampf in Naters doch wesentlich heftiger geführt. Vorab die CVP Ortspartei tritt gegen die SP an, die ihrerseits wieder auf die Unterstützung der FDP zählen kann. SP wie FDP sind der Ansicht, dass mit einer vermehrten Zusammenarbeit Synergien genutzt und Kosten gespart werden könnten. „Hätte der Gemeinderat in den letzten Jahren die Hausaufgaben richtig gemacht, bräuchte es die Initiative gar nicht“, kritisiert Matthias Eggel, Präsident der FDP Brig. „Die regionale Zusammenarbeit war für uns schon vorher ein Anliegen. Die Unterstützung der SP-Intiative ist für uns nur die logische Konsequenz.“

Auch Gemeinden für Experten
Bei Annahme der Initiative würde ein Expertenauftrag erteilt, der insgesamt wohl an die 100`000 Franken pro Gemeinde kosten würde. Das ist für die Mehrheit der beiden Räte zuviel. Die Gemeinderäte ihrerseites sind aber bereit, bei Ablehnung der Vorlage einen Expertenauftrag für die Begleitung der weiteren interkommunalen Zusammenarbeit im geschätzten Kostenrahmen von 28`000 Franken zu erteilen. Zugleich wird versprochen, die Ergebnisse dieser Prüfung auch umzusetzen.


 

 

      
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