| Zermatt / Die Casino
Kursaal Zermatt AG erhöht ihr Eigenkapital um drei Millionen auf 6,1
Millionen Franken. Damit ist die Zukunft des Zermatter Casinos auf absehbare
Zeit gesichert.
Von Walter Bellwald
Die Zahlen sprechen für sich: Statt der erhofften zweieinhalb Millionen
Bruttospielertrag pro Quartal hat das Zermatter Casino in den ersten drei
Monaten des Jahres gerade mal 500000 Franken eingespielt. Damit
liegt man klar hinter dem vorgegebenen Kurs zurück. Mit der neuen
Kapitalerhöhung soll nun dem finanziellen Kollaps entgegengewirkt
werden.
Neue Investition
Trotz dem Nein der Burgergemeinde Zermatt für eine Kapitalerhöhung
scheint sich die finanzielle Situation der Kursaal AG zu beruhigen. Mit
einer Aufstockung des Eigenkapitals um weitere drei Millionen hat die
deutsche Saarland Spielbanken GmbH erneut kräftig investiert. Dadurch
verringert sich der Anteil der Burgergemeinde an der Kursaal AG auf 25
Prozent. Es ist auch möglich, dass noch ein dritter Partner
einsteigt, gibt sich Burgerpräsident Andreas Biner offen. Mit
der Kapitalerhöhung will man die finanzielle Situation in den Griff
bekommen. Biner: Wir hoffen, dass sich das Casino in naher Zukunft
etablieren kann. Es darf nicht sein, dass die AG immer wieder Geld investieren
muss.
Massnahmenpaket
Die Hiobsbotschaft des Casino Arosa, das anfangs Juni seine Konzession
deponieren musste, hat für einiges Aufsehen gesorgt. Die eidgenössische
Spielbanken-Kommission (ESBK) machte damit unmissverständlich klar,
dass Casinos ohne das nötige Eigenkapital von zwei Millionen Franken
geschlossen werden. Für Biner kein Grund zur Beunruhigung. Zermatt
wird kein zweites Arosa, verspricht der Burgerpräsident. Mit
einem Massnahmenpaket erhofft sich die Kursaal AG eine drastische Besserung
der Situation. Dazu gehören eine Steigerung der Marketingaktivitäten,
eine engere Zusammenarbeit mit der Hotellerie, Einsparungen im Personalbereich
und ein Gesuch um Steuerreduktion an Kanton und Bund.
Viele Abgänge
Dem Zermatter Casino bleiben nicht nur die Gäste fern, auch das
Personal sucht das Weite. Im Moment verzeichnen wir eine starke
Personalfluktuation, bemerkt Biner. Trotzdem werden keine neuen
Croupiers eingestellt. Die Folge: Das Automaten-Spielangebot und die Öffnungszeiten
der Tischspiele sollen eingeschränkt werden. Damit erhoffen
wir, die Abgänge zu kompensieren. Trotz dieser Massnahmen ist
Biner überzeugt, dass sich das Zermatter Casino über kurz oder
lang etablieren wird. Zermatt hat das Potenzial und die Gäste,
um ein Casino zu unterhalten. Voraussetzung ist allerdings, dass sich
das wirtschaftliche Umfeld bessert. Mit einer anhaltend schlechten Konjunktur
dürfte es ein bisschen länger dauern.
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