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Bösartige Faulbrut greift im Oberwallis um sich
Heimtückische Bienenkrankheit

 
Oberwallis / Alarm bei den Oberwalliser Imkern: Die bösartige Faulbrut greift um sich und zerstört ganze Bestände von Bienenvölkern. Jetzt hat die kantonale Behörde reagiert und viele Gebiete zur Sperrzone erklärt.

Von Walter Bellwald

„Momentan grassiert die bösartige Faulbrut in unserer Region“, bestätigt Bieneninspektor Marcel Ammann. Bis heute mussten schon viele Bestände von Bienenvölkern abgetan werden, um der schleichenden Seuche Einhalt zu gebieten. Trotz Meldepflicht und klarer Indizien der Krankheit versäumen es viele Imker aber immer noch, sich rechtzeitig bei den zuständigen Behörden zu melden und somit grösseren Schäden vorzubeugen.

Bakterielle Infektion
Die bösartige Faulbrut ist eine bakterielle Infektion, die über das Futter der Bienen an die Maden weitergegeben wird. Die sogenannten Sporen vermehren sich explosionsartig und zerstören die Maden der Honigbienen. Dadurch werden ganze Bienenvölker ausgerottet. Das Krankheitsbild der bösartigen Faulbrut zeigt bei den Brutwaben eine veränderte Zellverdeckelung mit eingefallenen, rissigen oder durchlöcherten Zellen. Unter dem Zelldeckel findet sich eine schleimige, kaffeefarbige Masse, die Fäden zieht. Vereinzelt tritt auch schwarzbrauner Schorf auf. Bei starkem Befall entsteht ein auffälliger, dumpfer und unangenehmer Geruch nach Knochenleim.

Keine Gefahr für den Menschen
Die Krankheit kann durch Räuberei von Schwärmen oder durch Bienen, die mit sporenverseuchtem Honig in Kontakt kommen, an andere Völker übertragen werden. Auch der Imker kann durch den Austausch verseuchter Waben oder durch Verfütterung von infiziertem Honig die Krankheit übertragen. Wird die kranke Brut nicht schon als Made entfernt, werden die Sporen im ganzen Volk verteilt und gelangen schliesslich in den Honig und die Pollen. Trotzdem ist der Honig weiter geniessbar. „Faulbrutsporen sind für den Menschen völlig ungefährlich“, erklärt der Bienenfachmann. Um ein Ausbreiten der Krankheit zu verhindern, werden die infizierten Bestände in einem Umkreis von zwei Kilometern zur Sperrzone erklärt. „Innerhalb dieser Zone ist ein Ein- und Ausführen von Waben und Bienenvölkern strengstens verboten“, klärt Ammann auf. „Wer sich nicht an die Weisungen hält, dem droht eine saftige Busse.“

Bienen-Quarantäne im Oberwallis
Zurzeit sind ganze Landstriche unserer Region von der bösartigen Faulbrut befallen. Die Sperrzone zieht sich vom Goms über die Schattenberge bis nach Gampel, ins Lötschental und nach Leukerbad. Infizierte Bestände müssen ausgemerzt werden. „Dabei werden die Bienenvölker mit Schwefelschnitten eingeschläfert, in Plastiksäcke verpackt und der Kehrichtverbrennungsanlage zugeführt.“ Auch die Waben müssen vernichtet werden. Anschliessend werden die Bienenkästen und Gerätschaften gewaschen, desinfiziert und ausgebrannt. Erst nach eingehender und mehrmaliger Kontrolle durch einen Bieneninspektor kann die Sperrzone über das verseuchte Gebiet wieder aufgehoben werden.


 

 

      
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