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Verhandlungen über einen Schulterschluss angelaufen
Fusionieren Brig und Belalp Tourismus?


 
Brig / Naters / Die Tourismusorganisationen von Naters-Belalp und Brig am Simplon haben Fusionsgespräche aufgenommen. Das bestätigen die beiden Verkehrspräsidenten gegenüber der RZ.

Von German Escher

Über die Fusion der beiden Verkehrsvereine rede man seit zehn Jahren, gibt sich Jules Lauber, Präsident von Brig Tourismus, zurückhaltend. Doch jetzt wirds konkret, wie auch Josef Fux, Präsident des Verkehrsvereins Naters-Blatten-Belalp bestätigt: „Gespräche sind im Gang. Das verlangt übrigens auch das Leitbild.“ In der Tat wird im Leitbild, das allerdings noch keinen behördenverbindlichen Charakter hat, die heutige Struktur mit drei Verkehrsvereinen (Brig, Belalp, Brigerbad) als „nicht mehr zukunftstauglich“ bezeichnet. Eine baldige Fusion dränge sich auf und sei „notfalls behördlich durchzusetzen“. Doch dieser Druck wird nicht nötig sein. Gemäss RZ-Recherche ist für den heutigen Donnerstag eine neue Verhandlungsrunde angesetzt, in der unter anderem über die Vergabe eines Mandats diskutiert werden soll. Über Details wie Aufgabenteilung der Büros oder deren Standorte wollten sich die Vereinspräsidenten derzeit noch nicht äussern.

Starke Position
Die Agglomeration Brig-Naters strebt gemäss Leitbild die Position als „bedeutendster Tourismus- und Kongressort in der Walliser Talebene und als Tor zum Unesco-Weltnaturerbe“ an. Die Idee, dass Brig-Naters zu einer Art Innsbruck werden könne, ist nicht neu. Mit dem städtisch-kulturellen Ambiente im Talgrund und mit Belalp, Rosswald sowie Simplon in der Höhe würde der neue Tourismusverein über ein beachtliches Angebot und entsprechende finanzielle Schlagkraft verfügen. Mit der Fusion entstünde einer der grössten Verkehrsvereine im Oberwallis mit rund einer halben Million Logiernächte. „Dann wären wir wer“, gesteht auch Josef Fux. Sowohl auf den Märkten wie innerhalb der Destination würde die Position des Tourismusvereins Brig-Naters zweifelsohne gestärkt.

Brigerbad integrieren?
Die Bündelung der Kräfte und die Einführung der Tourismusförderungstaxe dürfte der Tourismusbranche in der gesamten Region neue Schubkraft verleihen. Die Stadtgemeinde wird dann allerdings auch nicht darum herumkommen, den Verkehrsverein Brigerbad in diese neue Tourismusorganisation einzubetten. „Von der Sache her wäre das sicher wünschenswert“, meint auch die zuständige Stadträtin Claudia Chastonay und fügt hinzu: „Aber Fusionen sollte man nicht verordnen, sondern wachsen lassen – zumal Gespräche im Gang sind.“ Allerdings haben die bisherigen Gespräche wenig gefruchtet. Der Verkehrsverein Brigerbad führt denn auch ein Eigenleben, was zur widersinnigen Situation führt, dass innerhalb des gleichen Gemeindegebietes, also in Brigerbad und in Brig-Glis, unterschiedliche Kur- und Beherbergungstaxen erhoben werden. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Einführung der Tourismusförderungstaxe (TFT) müssen diese Unterschiede bereinigt werden.

TFT-Abstimmung im Spätherbst
Ungleichheiten bestehen auch in den Ansätzen der neuen Tourismusförderungstaxe zwischen Brig und Naters. Hier werden laut Chastonay gegenwärtig die Differenzen bereinigt. Die Stadträtin überzeugt: „Das Ganze ist gut unterwegs.“ Über die Ausgestaltung der Tourismusförderungstaxe wird später eingehend informiert werden. Die Urversammlungen und Abstimmungen in Naters und Brig-Glis werden voraussichtlich im November/Dezember durchgeführt.


 

 

      
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