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Der Aprikosenverkauf an den Oberwalliser Strassen läuft auf Hochtouren. Die Preise variieren stark.
„Das sind ja Wucherpreise!“

 
Oberwallis / Das Geschäft läuft sehr gut. Vor allem bei den Touristen kommen die Walliser Aprikosen an. Für viele von ihnen gehören die Aprikosen zum Wallis wie der Raclette-Käse. Doch die Preise, die beim Strassenverkauf bezahlt werden, sind teilweise zu hoch.

Von Ruth Seeholzer

„Also ich zahle doch nicht sieben Franken achtzig für ein Kilo Aprikosen!“ Die Deutschschweizer Touristin ist empört. Sie steigt ins Auto und braust davon - ohne etwas gekauft zu haben. Die freundliche Verkäuferin zuckt mit den Schultern und lächelt entschuldigend: „Das ist die Ausnahme. Sonst hat noch niemand reklamiert.“

„Schlechte Ernte“
Die Walliser Aprikosenernte ist dieses Jahr nicht sehr gut ausgefallen. „Nur zwanzig Prozent Ernte sind angefallen“, meint Armand Andenmatten von Siders. Er ist einer der Händler, die entlang der Kantonsstrasse im Oberwallis mehrere Verkaufsstände aufgestellt haben, um vor allem den Touristen ein oder mehrere Kilos der begehrten Walliser Aprikosen zu verkaufen. An seinen Ständen kostete am letzten Freitag ein Kilo Aprikosen 1. Qualität sieben Franken achtzig. „Ein guter Preis“, rechtfertigt sich Andenmatten. Schliesslich sei er nicht Produzent, sondern Händler, und müsse auch seinen Teil daran verdienen.

Es geht auch anders
„Diese zum Teil hohen Preise sind nicht optimal für unseren Tourismuskanton“, ist die Meinung von Marcel Perren, Vizedirektor von Wallis Tourismus. Aber er will den Händlern keine Vorgaben machen. „Wir haben keine Handhabe.“ Dass es auch anders geht, zeigen einzelne Händler und Produzenten. Während das Kilo Aprikosen am letzten Freitag an den Ständen in Raron, Gampel Bahnhofbuffet, beim Motel Vallesia in Turtmann und beim Restaurant Walliser Spycher in Susten sieben Franken achtzig kostete, zahlte man zur gleichen Zeit und für die gleiche Qualität in Visp bei Chanton Weine sechs Franken fünfzig und in Turtmann bei Heinrich Fux bloss fünf Franken. „Ich bin Selbstproduzent“, erklärt Fux fairerweise. „Darum kann ich die Aprikosen günstiger geben.“ Doch ob dies einen Mehrpreis von beinahe sechzig Prozent für die anderen Händler erlaubt?

Grossverteiler nicht viel billiger
Die Stände an den Oberwalliser Strassen setzen pro Tag zwischen 100 und 600 Kilos um, je nach Lage. Eine Anfrage bei Coop Glis und Migros Glisergrund ergab, dass Coop zwar das Kilo für vier Franken siebzig verkauft, es sich dabei aber um Aprikosen aus dem Berner Seeland handelt. Die Migros führt Walliser Aprikosen in ihrem Sortiment. Der Preis lag am vergangenen Montag bei sechs Franken achtzig.


 

 

      
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