| Grächen / Die
Brandruine mitten im Dorf Grächen verärgert Touristen und Einheimische.
Die Gemeindeverwaltung scheint machtlos. Jetzt fordern die Grächner
in einer Petition an den Staatsrat eine Abbruch- oder Wiederherstellungsverfügung.
Von German Escher
Immer mehr Gäste ärgern sich über die Ruine,
gesteht Donat Ruppen, der im Gemeinderat für das Tourismusressort
zuständig ist. Die Gemeinde habe verschiedentlich beim Eigentümer
ein Grächner, der heute ausserhalb des Kantons wohnt
interveniert und Hand geboten für eine einvernehmliche Lösung.
Ohne Erfolg.
260 Einheimische unterschrieben
Jetzt hat Hotelier Donat Ruppen als Privatperson eine Petition zu
handen des Staatsrats lanciert. Rund 260 Einheimische und weit über
150 Gäste haben das Begehren unterzeichnet. Der Petitionstext lässt
an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: Seit Jahren
kämpfen die Gemeindebehörden zusammen mit Grächen Tourismus
nun schon gegen diesen Schandflecken in unserem Dorf. Wir haben diskutiert,
angefragt, geschrieben, erklärt, gebeten. Wir wurden belächelt,
nicht ernst genommen, vertröstet, umhergeschoben, belehrt, gewarnt.
Nun ist es genug der Bürokratie, genug der Paragraphen, der billigen
Floskeln, der Vertröstungen und der Belehrungen. Die Petitionäre
fordern von der Kantonsregierung deshalb eine Wiederherstellungs- oder
Abbruchverfügung. Der Schandfleck muss weg, unterstreicht
Donat Ruppen.
Geisterhaus von Grächen
Die Petition trägt den Titel Geisterhaus von Grächen.
Und so sieht das umstrittene Gebäude auch aus, das vor fünf
Jahren kurz vor der Fertigstellung der Renovationsarbeiten grösstenteils
niedergebrannt war. Seither wurde nichts mehr unternommen. Inzwischen
vergleichen die Petitionäre die Brandruine mit einer Behausung
in einem Armenviertel. Verdreckte Plastikfetzen hängen am Dach
und an den Wänden herunter und lärmen bei Sturm und Regen. Die
Fassade erinnert an ein Geisterhaus, vor dem sich Maulwürfe, Dachse
und Igel breit machen. Erdhügel, kleinere und grössere Gräben,
Erdlöcher, alte Heu- und Steinhaufen prägen das Bild. Überall
liegen rostige Stacheldrahtreste, Blechstücke, Eisenteile und mit
Nägel bespickte Bretter herum. Eines Tages werde hier noch ein Umfall
passieren, zumal schon verschiedentlich auch Leute ins Haus eingestiegen
seien, befürchtet Donat Jäger. Nicht nur aus ästhetischen,
sondern auch aus Sicherheitsgründen müsse nun etwas unternommen
werden. Aber der Gemeinde sind die Hände gebunden. Jetzt muss
der Staatsrat intervenieren.
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