D i e   a u f l a g e s t ä r k s t e   Z e i t u n g   d e s   O b e r w a l l i s

      
Gemeinderat prüft als Zwischenlösung den Bau von 94 oberirdischen Parkplätzen
SBB lehnen Parkhaus-Variante ab

 
Brig / Schlechte Nachrichten der SBB: Die Bundesbahnen lehnen nach rund zweijährigen Verhandlungen die vorgeschlagene Parkhaus-Variante westlich des Briger Bahnhofgebäudes ab. Jetzt versucht der Stadtrat, zumindest den unverzüglichen Bau von 94 oberirdischen Parkplätzen zu erreichen.

Von German Escher

Rückblende: Seit zwei Jahren verhandelt die Gemeinde mit den SBB. Zunächst war von einer unterirdischen Variante die Rede. Die SBB haben damals ihr grundsätzliches Einverständnis gegeben, ohne aber über Entschädigungen direkt zu verhandeln. Die Grundwasser-Probleme führten aber letztlich zu einer Verteuerung des Projektes. „Ein Einstellplatz hätte rund 60`000 Franken gekostet“, erklärt Stadtpräsidentin Viola Amherd.

Oberirdische Variante geprüft
Als nächstes liess die Stadtgemeinde den Bau eines oberidrischen Parkhauses mit Parking im Erd- und 1. Obergeschoss sowie auf dem Dach prüfen. Fassungsvermögen: rund 160 Autos. Kostenpunkt: an die 3,5 Millionen Franken. Das Projekt schien vorerst auf gutem Weg. Doch in jeder Verhandlungsrunde kamen neue Forderungen der SBB – etwa Realersatz für den Annexbau im Westen des Bahnhofgebäudes – hinzu. Immer wieder hat die Gemeinde das Projekt angepasst. In der letzten Runde war plötzlich von der heiklen Fassadengestaltung die Rede. Ein vorgeschobenes Argument, wie sich im Verlauf des Gesprächs herausstellte. Auf Drängen der Präsidentin wurden schliesslich die Fakten auf den Tisch gelegt: Die SBB wollen sich mit Blick auf den künftigen Hochbahnhof der Schmalspurbahnen und die mögliche Entwicklung (Bau weiterer Geschäfte auf dem Bahnhofplatzareal) nichts verbauen.

„Zunächst verärgert“
„Zunächst war ich schon verärgert“, gesteht Stadtpräsidentin Viola Amherd gegenüber der RZ. „Dass man grundsätzlich gegen ein Parkhaus ist, hätten die SBB wirklich früher sagen können.“ Bekanntlich ist die sogenannte Ostausfahrt für die Matterhorn Gotthard Bahn und der dazugehörige Hochbahnhof erst seit letztem Sommer beschlossene Sache. Vor diesem Hintergrund meint die Stadtpräsidentin: „Die Ausgangslage hat sich dadurch wirklich verändert.“

Die SBB-Argumentation mag nachvollziehbar sein, deutet aber auch den Stellenwert an, den man offenbar dem Bahnhof Brig einzuräumen gedenkt. Die Befürchtung, dass die SBB sich vorerst auf Visp konzentrieren, ist nicht von der Hand zu weisen.

94 oberidische Parkplätze
Jetzt setzt der Stadtrat auf eine Zwischenlösung. Westlich des Bahnhofgebäudes möchte man ein oberirdisches Parkplatzangebot schaffen. Dazu müsste die schräge Böschungsmauer zum Perron 1 durch eine senkrechte Konstruktion ersetzt werden. Entsprechende Ingenieurberechnungen hat der Stadtrat an seiner letzten Sitzung bereits in Auftrag gegeben. Zudem hat man sich westlich der Unterführung nach Naters ebenfalls Platz für weitere Abstellplätze gesichert. Unterm Strich sollen so rund 94 oberirdische Parkplätze entstehen.

Nächster Termin: 14. Februar
Doch noch ist nichts beschlossene Sache. Auch für dieses Zwischenprojekt braucht es den Segen der SBB. Die nächste Verhandlungsrunde ist auf den 14. Februar angesetzt. Die Gemeinde hofft, dass die SBB ihre Park&Ride-Plätze auf der Rampe östliche des Bahnhofplatzes auf die westliche Seite verlegen, damit man möglichst viele zentrumsnahe Parkplätze für die Gewerbekunden erhält. Offen sind zudem noch die Kosten. Stadtpräsidentin Amherd hofft aber, dass man die oberirdischen Parkplätze möglichst rasch realisieren kann.

Allerdings: Noch ist auch die Erschliessung des oberirdischen Parkings nicht gelöst. Bekanntlich möchte die Gemeinde durch die alte Unterführung eine direkte Anbindung an die Umfahrungsstrasse. Das wiederum bedingt den Bau eines Kreisels bei der Rhonebrücke und konsequenterweise eine Auffahrt für die von Goms kommenden Fahrzeuge. Nur so wären die Briger Innenstadt und der neue Parkplatz, aber auch Naters mit dem neuen Unesco-Besucherzentrum optimal an die Transitstrasse angebunden. Bis heute fehlt aber die abschliessende Stellungnahme des Kantons. Es gebe einige technische ProbIeme, die aber zu lösen sein sollten, meint Ignaz Burgener, Sektionschef Strassenbau Oberwallis zur RZ. Ausschlaggebend dürfte aber letztlich die Stellungnahme des Flussbauamtes sein. Hier stellt sich die Frage, ob mit Blick auf ein mögliches Hochwasser eine Verengung der Rhone vertretbar ist. Dies ist nötig für den Bau des gewünschten Anschlusswerkes.

Nichts für die Zukunft verbauen
Die Stadtpräsidentin hofft, dass die Stellungnahme des Kantons bald eintrifft und dann das Parkplatz-Projekt vorangetrieben werden kann. Und selbst wenn es sich um eine Zwischenlösung handelt, soll es laut Amherd „eine gefällige Sache“ geben. Ein eigentliches Parkhaus wird aber erst nach der Fertigstellung des Hochbahnhofs wieder aktuell. Und das kann gut und gerne zehn Jahre dauern. Bis dahin bleibt genügend Zeit, sich Gedanken über die künftige Nutzung der freiwerdenden Flächen auf dem Bahnhofplatzareal zu machen.


 

 

      
Heute & morgen

/

/


RZ-Newsletter
Email-Adresse eingeben und Sie werden informiert:
Suchen


Have a look at: