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Nach den Modell-Versuchen wurde das Hochwasser-Schutzkonzept nochmals überarbeitet
Gamsa-Schutzkonzept angepasst

 
Gamsen / Die Modellversuche für den Hochwasserschutz entlang der Gamsa sind ausgewertet und das Projekt entsprechend überarbeitet. Das neue Dossier wurde diese Woche den Bundesbehörden zugestellt. Erste Sofortmassnahmen konnten bereits ausgeführt werden, wie Stadtpräsidentin Viola Amherd erklärt: „Die Sicherheit ist gewährleistet.“

Von German Escher

Hochwasserschutz in Gamsen ist ein brisantes Thema – und das zu Recht. Die Unwetter 1993 und 2000 haben gezeigt, wie bedrohlich der Bergbach für das angrenzende Chemiewerk und die Dorfschaft Gamsen werden kann. Die Stadtgemeinde hat deshalb ein umfassendes Hochwasserschutzkonzept in Auftrag gegeben und im vergangenen Jahr öffentlich aufgelegt.

Keine starre Uferverbauung
Vorgesehen ist eine sogenannte Fliessverbauung. Statt entlang der Ufer Schutzmauern hochzuziehen, sollen riesige Betonklötze im Uferbereich eingesetzt werden. Der Vorteil im Vergleich zur konventionellen Verbauung ist laut Stadtingenieur Willy Zumoberhaus enorm: Wenn eine Mauer einstürzt, ist der Schutz praktisch zunichte und das Wasser bahnt sich einen neuen Weg. Bricht eine mit Betonklötzen bespickte Uferböschung, so sollten die Schutzwürfel so ins Bachbett fallen, dass sie dort die Schutzfunktion wahrnehmen können. Die Schwierigkeit: die richtige Anordnung der Schutzklötze. „Es lässt sich nicht exakt berechnen, was das Wasser genau macht“, sagt auch Projektleiter Martin Bodenmann. Entsprechend wertvoll waren die Modellversuche, welche der Bund verlangt hat. Unter der Leitung von Professor Schleiss von der ETH Lausanne, einem Fachmann im Bereich Fliessverbauungen, ist der grösste je in der Schweiz durchgeführte Modellversuch durchgespielt worden.

Rund 1000 Schutzblöcke
„Die Versuche waren keine Sandkastenübung, sondern wertvolle, empirische Untersuchungen“, stellt Projektleiter Bodenmann fest. In einem 70 Meter langen Gamsa-Modell sind die einzelnen Szenarien erprobt und die Schutzmassnahmen ständig optimiert worden. Die wichtigste Erkenntnis: Das ursprüngliche Grundkonzept der Fliessverbauung stimmt. An einzelnen Stellen werden die Schutzblöcke aber anders angeordnet. Ein Schutzelement entspricht einem vertikal halbierten, 2,8 Meter hohen Betonwürfel, der stolze 27 Tonnen wiegt. Insgesamt werden rund 1000 solcher Würfel in der Gamsa auf einer Länge von rund einem Kilometer eingesetzt.

Dem neuen Schutzkonzept liegt das Extremereignis mit einem Abfluss von 200 Kubik Wasser und Geröll pro Sekunde zu Grunde. „Das sind dreimal soviel wie beim letzten Hochwasser“, erklärt Projektleiter Martin Bodenmann. „Bei einem solchen Extremszenario wird zwar die Verbauung beschädigt, aber das Schutzziel kann erreicht werden. Fabrik und Dorfschaft bleiben unversehrt.“

Uferverbauung erhöht
Die Modellversuche haben eine zweite Vermutung bestätigt. Sobald pro Sekunde mehr als 35 Kubikmeter Wasser durch das Bachbett fliessen, entstehen Wellenbewegungen. Diese Abflusswellen können bis zu 3,5 Meter hoch werden. Die Konsequenz der Versuche: Die Uferverbauung und die Rohrbergbrücke werden um bis zu zwei Meter erhöht.

In zwei weiteren, wichtigen Punkten haben die Modellszenarien das Grundkonzept bestätigt. Der Durchfluss bei der SBB-Brücke kurz vor der Einmündung in die Rhone ist genügend gross konzipiert. Und auch das Ablagerungsbecken für das errechnete maximale Geschiebevolumen von 300’000 Kubik sollte ausreichen.

Erste Sofortmassnahmen ergriffen
Das angepasste Schutzkonzept wurde nun dem Bund zugestellt. Erste Sofortmassnahmen konnten jedoch bereits ausgeführt werden, so dass laut Auskunft von Stadtpräsidentin Viola Amherd die Sicherheit in diesem Herbst garantiert sein sollte. Die Gesamtkosten werden sich auf 9 bis 10 Millionen Franken belaufen; 90 bis 95 Prozent übernehmen Bund und Kanton.



 

 

      
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