| Wann erwacht das Oberwallis? Diese Frage stellt
die Oberwalliser Umwält Zitig in ihrer neuesten Ausgabe. Damit thematisieren
die Umweltverbände die Lärmproblematik der NEAT und legen gleich
einen Petitionsbogen Für mehr Eisenbahn und weniger Lärm
bei. Das Anliegen ist berechtigt ebenso wie die eingangs erwähnte
Frage.
Allerdings: Ich frage mich, warum erwachen die Umweltorganisationen erst
jetzt? Seit anderthalb Jahren weiss man um die Lärmproblematik der
NEAT und nach welcher Strategie die SBB das Problem an-,
beziehungsweise umgehen möchten. Doch lange war abgesehen
von den direktbetroffenen Vispern bei Politik und Umweltverbänden
in dieser Frage Funkstille. Beide haben das Thema verschlafen und hoffen
nun, in einer Feuerwehrübung ihr Image zu retten und das Oberwallis
vor dem Schlimmsten zu bewahren.
Fakt ist: Mit dem Variantenentscheid gegen den Mundbach hat man die Weichen
falsch gestellt. Eine starkfrequentierte, offene Eisenbahnlinie wird Lärm
bringen. Das wissen wir seit Jahren. Das wissen auch die Urner. Wir haben
geschlafen. Die Urner haben sich rechtzeitig für den Kampf entschieden.
Kanton und Gemeinden sind inzwischen erwacht und fordern Nachbesserungen.
Die Petition vom Komitee gegen unnötigen Eisenbahnlärm
geht weiter: Von einem Schutzwall, der gleichzeitig mit der vorgezogenen
3. Rottenkorrektur zu bauen wäre, von lärmabweisenden Randüberbauungen
und gar von einem neuen Tunnel ist die Rede. Die Forderungen sind in ihrer
Notwendigkeit berechtigt, aber im Lichte möglicher Umsetzungen wohl
auch überrissen. Bessere Schutzwände entlang der Strecke und
teilweise Überdeckung des Trassees etwa für die Durchfahrt
Visp scheinen mir da schon realistischer.
Fakt aber bleibt: Wer in der NEAT-Lärmfrage jetzt nicht erwacht,
wird später umso schlechter schlafen!
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