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St. Niklaus erhält vorläufig weder neuen Bahnhofplatz noch eine Wohnstrasse
Verkehrskonzept schubladisiert

 
St. Niklaus / Die Zaniglaser „Task-Force Verkehr“ hatte im Jahr 2000 ein zukunftsweisendes Verkehrskonzept für die Zeit nach Inbetriebnahme der Umfahrungsstrasse erarbeitet. Um die hochfliegenden Pläne ist es jedoch still geworden – sehr still.

Von Ruth Seeholzer

Als „Meilenstein für St. Niklaus“ wurde im Herbst 2002 die neue Umfahrungsstrasse gefeiert. „Das Ende einer Leidenszeit“, titelte die Tagespresse. Und tatsächlich ist St. Niklaus heute weitgehend vom Durchgangsverkehr entlastet. Was aber schon Ende der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts visionär vorausgesehen wurde, nämlich die Neugestaltung der Strassen im Dorf selber, scheint nun irgendwie im Dschungel der Finanzknappheit zu versanden.

Hehre Ziele
Grosses hatte man noch im Jahr 2000 mit dem Dorf St. Niklaus vor: Der Dorfplatz sollte vom Durchgangsverkehr entlastet werden, der Bahnhof rigoros umgebaut. Die Talstrasse hätte zur Wohnstrasse umgebaut werden sollen und sogar einen eigentlichen Dorfbus sahen die visionären Planer vor. „Der neue Bahnhof von St. Niklaus soll und wird zur attraktiven Dienstleistungs-Drehscheibe im Nikolaital werden“, erklärte der damalige Vorsitzende der Gruppenleitung BVZ Holding AG, Bruno P. Melnik. Mit 255 Ja zu bloss 13 Nein stimmte die Ur- und Burgerversammlung dem zukunftsgerichteten neuen Zaniglaser Verkehrskonzept zu. Doch die verkehrspolitischen Träume sind geplatzt wie eine Seifenblase. „Kein Geld!“ heisst das Motto der Stunde.

Prioritäten geändert
„Wir haben andere Prioritäten gesetzt“, heisst es jetzt kurz und bündig aus der Geschäftsleitung der Matterhorn-Gotthard-Bahn (MGB). Die ehemalige BVZ und heutige MGB wollte den Bahnhof St. Niklaus komplett umbauen. „Wir haben den Bahnhof St. Niklaus nicht ad acta gelegt“, erklärt Willi In-Albon, Zuständiger für die Infrastruktur bei der MGB. Durch die drei Grossprojekte Top-Terminal Täsch, den Neubau des Bahnhofs Visp und die Ostausfahrt beim Bahnhof Brig hätten sich die Prioritäten etwas verschoben. Ob die Fusion der BVZ und FO daran Schuld ist, dass die neue MGB St. Niklaus jetzt vernachlässige? „Überhaupt nicht“, wehrt sich In-Albon, „Visionen bleiben für St. Niklaus wichtig. Und zurückgestellt heisst nicht abgeschrieben.“

Zu wenig Geld
Ähnlich tönt es aus dem Zaniglaser Gemeinderat. „Das Provisorium auf der Talstrasse läuft wie vorgesehen“, erklärt Gemeindepräsident Roger Imboden. Dieses sei auch vom Kanton homologiert. Tempo 30 wird vorläufig beibehalten. Jedoch anstatt der vorgesehenen Grünpflanzung und eleganten Fussweg-Verbreiterungen stehen verloren ein paar rot-weisse Absperrpfosten herum. „Das Wichtigste ist gemacht“, ist der Gemeindepräsident überzeugt. Zudem hätten Verbauungen und Schutzdämme in der Gemeinde St. Niklaus momentan oberste Priorität. Auch Roger Imboden gibt jedoch zu: „Die Finanzlage der Gemeinde ist nicht so toll.“ Aber zu Beginn der nächsten Legislaturperiode wolle man weitersehen.


 

 

      
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