| Gluringen / Reckingen
/ Münster / Geschinen / Noch ist offen, ob, wann und wie die vier
Gommer Gemeinden fusionieren. Eine Umfrage bei der betroffenen Bevölkerung
hat eher Zustimmung als Ablehnung ergeben. Nur die Münstiger blicken
einer Fusion nicht sehr euphorisch entgegen. Die Vorschläge für
den neuen Gemeindenamen lassen jedoch auf viel Fantasie und einigen Enthusiasmus
deuten.
Von Ruth Seeholzer
Herz im Goms, Sunnematte, Jungrotten,
Gommertal und Münsteringen sind nur ein paar
der zahlreichen Vorschläge, welche die Gluringer, Reckinger, Münstiger
und Geschiner bei einer Umfrage zum künftigen Namen der fusionierten
Gemeinde gemacht haben. Richtiggehend glorreich kommt gar die Idee mit
dem Namen Königreich daher, welche der Initiant als Gegenstück
zur fusionierten Nachbargemeinde Grafschaft verstanden haben will. Knapp
siebzig Bürgerinnen und Bürger aus allen vier Gemeinden haben
sich an der Umfrage beteiligt. Von diesen äusserten sich 57 für
die Fusion, zehn dagegen und zwei waren neutral. In den Gemeinden Gluringen,
Reckingen und Geschinen meldeten sich ausschliesslich Befürworter,
während sich die befragten Münstiger zu etwas mehr als einem
Drittel gegen die Fusion äusserten. Münster verliert finanziell
bei einer Fusion, erklärte ein Befragter unumwunden.
Gegen aussen sind wir stärker
Viele der Befragten fanden gute Argumente für die Fusion. Die
Gemeinderäte werden einfacher zu rekrutieren sein, die
Fusion ist ein positives Signal für mehr Zusammenarbeit im Tourismus,
gegen aussen sind wir stärker, wenn wir fusionieren oder
lieber jetzt freiwillig als später unter Zwang fusionieren
sind nur eine kleine Auswahl von Seiten der Befürworter. Es gibt
aber auch Bedenken: Die Fusion schafft keine neuen Arbeitsplätze,
alles geht viel zu schnell, die Fusion ist zu wenig durchdacht
oder unsere Identität geht durch die Fusion verloren.
Stadel mit Parabolantenne
Die vier Gemeindepräsidenten, die alle für eine Fusion sind,
erklären in ihrem aktuellen Schreiben an die Bevölkerung übereinstimmend,
dass jene Bürgerinnen und Bürger, die nicht an den Informationsabenden
teilnehmen konnten oder wollten, noch zu wenig oder schlecht informiert
sind. Mit einem Auszug aus dem Fusionsbericht, den sie gleichzeitig
mit der Auswertung der Umfrage allen Betroffenen zukommen liessen, wollen
die Präsidenten nochmals eingehend über die wichtigsten Fakten
und Auswirkungen informieren: Die Informationsunterlagen sollen
helfen, den Zusammenschluss der vier Gemeinden sachlich und zukunftsgerichtet
zu beurteilen. Bis das neue Gesetz über den interkommunalen
Finanzausgleich vor den Grossen Rat kommt, will man das Thema Finanzen
bei einer allfälligen Fusion der vier Gommer Gemeinden noch ausklammern.
Dieses Gesetz wird für einen Grossteil der Oberwalliser Gemeinden
bedeutende Auswirkungen haben, so die vier Gemeindepräsidenten.
Dabei werde es sowohl Gewinner wie auch Verlierer geben.
Ende Oktober und im November wird im Goms weiterdiskutiert. Dann wird
neben dem Gemeindenamen und den Finanzen auch das nicht ganz unwichtige
Gemeindewappen zur Sprache kommen müssen. Da gibt es allerdings schon
Vorschläge. Ein Witzbold, Herkunftsort unbekannt, schlug einen Walliserspycher
mit Parabolantenne als Wahrzeichen der fusionierten Gemeinde vor.
Das kann also noch ganz heiter werden im Land der Könige und der
Grafen.
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