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Die ABC-Reportage diese Woche aus I wie Inden
Kein sterbendes Dorf!

 
Inden / Viele Gemeinden klagen über abnehmende Einwohnerzahlen – Inden jedoch legt von Jahr zu Jahr zu. „Wir möchten wieder vermehrt junge Familien in unser Dorf bringen“, meint Markus Ackermann, Gemeinderat von Inden. Keine Schule, keine Post, zwei Gaststätten, eine Kirche, eine Kapelle und ein Dorfladen – das ist nicht viel, aber mehr, als andere aufweisen können.

Von Ruth Seeholzer

Vor schroffen Felswänden hebt sich auf einem grünen Plateau das kleine Dorf Inden mit seiner weissen Kirche ab. Umgeben von dunklen Wäldern, scheint sich hier seit Goethes Durchmarsch anno 1779 nicht viel geändert zu haben. „Wir sahen, als wir um eine Esche herum kamen und bei einem Heiligenstock ausruhten, unter uns am Ende einer schönen grünen Matte, die an einem ungeheuren Felsschlund herging, das Dorf Inden ganz am Hange der Felsen, in der Mitte der Landschaft liegen“, schrieb der grösste Deutsche Dichter und Denker jener Zeiten in einer seiner Reisebeschreibungen. Nur eine Strasse gab es damals noch nicht. Doch Inden, am viel begangenen Weg zwischen Leuk und Leukerbad gelegen, hatte schon immer seine Bedeutung als Rast- und Ruheort.

„Liebe auf den ersten Blick“
Markus Ackermann ist in Leukerbad aufgewachsen. Zur Herkunft der Familie Ackermann steht in der Schrift „750 Jahre Inden – Chronik“ geschrieben: „Die Familie Ackermann stammt aus Wolfwil (SO) und kam 1991 von Leukerbad nach Inden. Der Name kommt von der landwirtschaftlichen Tätigkeit, hauptsächlich aus dem Ackerbau...“ Der heute 38jährige Markus Ackermann bebaut allerdings keine Äcker. Er ist technischer Leiter der Alpentherme und der Lindner Hotels in Leukerbad. Doch seine Karriere startete der Badner kurz nach der Rekrutenschule bei der Schweizer Garde in Rom. „Es war eine wunderschöne Zeit“, schwärmt der Familienvater und heutige Gemeinderat von Inden. Zurück im Wallis mietete er zuerst in Susten, danach in Brig eine Wohnung. Doch ihn zog es zurück in die Nähe der Gemmi. Also suchte er mit seiner Frau zusammen ein Haus, das er selber umbauen und renovieren konnte, am liebsten in Inden. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, lächelt Ackermann. Damit ist das Haus in Inden gemeint, in dem er heute zusammen mit seiner Frau und den beiden Kindern Marco und Chiara wohnt.

Ergiebige Wasserrechte
Die Gemeinde Inden erstreckt sich von der alten Steinbrücke bei Rumeling bis zum Tunnel vor Leukerbad mitsamt den schroffen Hängen rechterhand der Dala bis ins Larschy. Alles links der Dala gelegen gehört der Gemeinde Albinen. Frühere Grenzstreitigkeiten wurden meist auf friedliche Art und Weise geregelt. Der Beginn des 20. Jahrhunderts musste bei den Bewohnerinnen und Bewohnern von Inden tief ins Gedächtnis gegraben sein. Fanden doch so greifende Neuerungen wie der Bau der Bahn Leuk-Leukerbad sowie des Kraftwerks Dala statt – beide brachten den Fortschritt in rasendem Galopp ins Dorf. Nicht nur dass dank der Wasserzinsen und Entschädigungszahlungen einiges an Geld in die Gemeindekasse kam. Die Eisenbahngesellschaft von Leukerbad und Kraftwerk Dala verpflichtete sich auch, den Strom nach Inden zu führen und der Gemeinde „den verfügbaren Strom für sechs Lampen von je 25 Kerzen zur öffentlichen Beleuchtung unentgeltlich und für das ganze Jahr“ gratis zur Verfügung zu stellen (Quelle: s.o.).

Finanziell auf guten Beinen
„Heute steht unsere Gemeinde finanziell gut da“, strahlt Ackermann. Und seit den Sechziger Jahren ist Inden auch wieder am Wachsen. Nach einem Tiefststand 1970 von 48 Einwohnern sind im Jahr 2003 über einhundert Personen registriert. Die Gemeinde Inden tut einiges für das Wohlbefinden seiner Einwohner. Erst kürzlich wurde der schöne Kinderspielplatz neben dem Dorfladen im ehemaligen Bahnhof erstellt. Und gemeinsam und in Fronarbeit stellt man zweimal im Jahr die Wanderwege wieder her. „Hier bei uns kann man sehr gut leben“, ist Markus Ackermann überzeugt.


 

 

      
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