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Eine Destination vom Rhonegletscher bis nach Brig
Schliesst sich Goms dem Aletsch an?

 
Brig / Fiesch / Die Reformwelle in der Destination Aletsch schwappt offenbar auf die Gommer über. Die Zeichen stehen gut, dass Goms Tourismus als gleichberechtigter Partner Teil der Destination Aletsch wird. Peter Müller, Präsident von Goms Tourismus, hat entsprechende Recherchen gegenüber der RhoneZeitung bestätigt.

Von German Escher

Noch spricht Daniel Fischer, der als Berater die Neuorganisation der Destination Aletsch begleitet, gegenüber der RZ von „sehr intensiven Verhandlungen mit der Destination Goms“. Beidseitig sei unbestritten, das die Zusammenarbeit auf eine neue Basis gestellt werden müsse. Über die genaue Variante mag er sich auf Rücksicht auf die laufenden Gespräch nicht äussern. Doch für ihn ist klar: „Ein getrenntes Marschieren in Marketing darf es zwischen Aletsch und Goms nicht mehr geben.“

Gleichwertiger Aletsch-Partner?
„Wir sehen gegenwärtig Lösungen, die für das Goms und für die Destination Aletsch in Farge kommen“, skizziert Peter Müller, Präsident von Goms Tourismus (GT), und verweist auf die Detailarbeit, die noch ansteht. Auch für ihn stehen Marketingmassnahmen im Vordergrund, welche eine Einheit von Brig bis Oberwald beinhalten. „Goms als gleichberechtigter Partner innerhalb der Destination Aletsch mäche durchaus Sinn“, erklärt Müller gegenüber der RZ. Das ähnliche Kundensegment und das sich ergänzende Angebot sind für den GT-Präsident einleuchtende Argumente, die für ein Zusammengehen sprechen. Dass der Kanton in seiner künftigen Tourismuspolitik einen Schwerpunkt auf die Destination Aletsch setzen will, ist für Peter Müller ein weiterer Grund, sich in Richtung Aletsch zu orientieren: „In einer solchen Situation darf es uns nicht gleich sein, wo wir sind.“

Aus der Position der Stärke
Auch wenn laut Einschätzung vieler im Goms heute die Zeit für einen Zusammenschluss mit Aletsch reif ist, unterstreicht Peter Müller: „Die Destination Goms ist eine gesunde und funktionierende Destination.“ Das belegen auch die Zahlen von Andreas Angst, Tourismusdirektor von Goms Tourismus: „In Fiesch ist die Zahl der Logiernächte in der Hotellerie vom 1. Januar bis Ende August um zehn Prozent gestiegen.“ Das Fokussieren auf die wesentlichen Kundensegemente, das herrliche Sommerwetter und das Unesco-Weltnaturerbe sind laut Angst die Gründe für die guten Resultate.

Grösste Destination der Schweiz
Wird das Goms wirklich als gleichberechtigter Partner ein Teil von Aletsch, entstünde die grösste und eine der attraktivsten Feriendestinationen der Schweiz. Goms Tourismus erzielte im vergangenen Jahr 1,08 Millionen Logiernächte. Ebenso viele Übernachtungen registrierte man in der Destination Aletsch (ohne Fiesch). Unter dem Strich entstünde ein Feriengebiet, das über zwei Millionen Logiernächte hat (Im Vergleich: Zermatt 1,6 Mio.). Entsprechend wäre auch das Marketingbudget. Jeder Partner bringt laut neuem Konzept 250`000 Franken in die Destination ein, was letztlich wohl hiesse, dass das Jahresbudget von Aletsch von 1,25 auf 1,5 Mio. Franken anwachsen dürfte.

Noch einige Hürden
Auf dem Papier kommt die neue Destination Aletsch überzeugend daher. Aber der Teufel steckt im Detail - und in der Verankerung vor Ort. So sind Ende November noch wichtige Hürden zu überwinden. GT-Präsident Peter Müller: „Wir werden das Projekt an der Delegiertenversammlung vom 26. November präsentieren.“ Vier Tage später die entscheidende Weichenstellung in Brig-Glis und Naters: Sollte das Stimmvolk die Tourismusförderungstaxe in den grossen Talgemeinden ablehnen, müssten wohl die Gemeindekassen zur Finanzierung der Destination Aletsch belastet werden.


 

 

      
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