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Drei Jahre nach der Katastrophe von Gondo
Häuser und Zuversicht wachsen

 
Gondo / Drei Jahre nach der verheerenden Unwetterkatastrophe von Gondo richtet man den Blick nach vorne. Der Wiederaufbau ist voll im Gang. Die Skepsis ist gewichen. Je konkreter das neue Dorfzentrum wird, desto stärker werden die Zuversicht und der Glaube an das neue Gondo.

Von German Escher

Hoch über Gondo werden die letzten Sicherheitsnetze montiert. Unten im Dorf schliesst sich allmählich die Gebäudelücke. Unterhalb der Durchgangsstrasse sind kürzlich zwei Privathäuser bezogen worden. Im Dorfzentrum kommt der Bau des Gemeinde- und des Wohnhauses zügig voran. Von weitem hört der Besucher die Baumaschinen. Nicht Lärm, sondern Töne der Freude. „Ich war lange auch pessimistisch eingestellt. Aber jetzt sehe ich, wie es vorwärts geht. Das stimmt mich zuversichtlich“, sagt André Tscherrig. „Wahrscheinlich hat die Glückskette anfänglich auch nicht an uns geglaubt. Deshalb hat es lange gedauert, bis man mit dem Wiederaufbau beginnen konnte.“

Einsprachen gegen die Arbeitsvergabe haben den Baubeginn im Frühling weiter verzögert. Mit einem Monat Verspätung konnte Mitte Juni mit den Bauarbeiten begonnen werden. „Die Ungeduld der Einwohner war spürbar“, gesteht Gemeindepräsident Roland Squaratti. „Aber jetzt hat sich die Stimmung zum Positiven gewandelt.“ Man freut sich am neuen Dorfzentrum – beispielsweise über die Einstellhalle, die seit kurzem in Betrieb ist. Die Anordnung der beiden Gebäude lassen erahnen, welche schmucker Dorfplatz hier entsteht. Präsident Squaratti stellt sich bereits den gepflästerten Platz à la Italianità vor – vielleicht mit einer kleinen Gartenterasse. Im Erdgeschoss des Wohnhauses ist noch ein Lokal frei. Hier wäre durchaus ein Bistro oder ähnliches denkbar. Die Nutzung der übrigen Räumlichkeiten ist bereits festgelegt. Im Burger- und Gemeindehaus sind nebst zwei 5 1/2-Zimmerwohnungen die Burgerstube, Gemeinderatsbüro und Präsidentenbüro geplant. „Hier kann dann mein Nachfolger in einem Jahr Platz nehmen“, meint Squaratti schmunzelnd.

Im zweiten Gebäude werden in den Obergeschossen vier 4 1/2-Zimmerwohnungen gebaut. Spielt das Wetter mit, soll der Rohbau noch vor dem Wintereinbruch abgeschlossen und während der kalten Jahreszeit der Innenausbau vorangetrieben werden. „Die Leute erkundigen sich immer wieder, wann sie denn einziehen können“, erzählt Squaratti. Und nicht ohne Stolz meint er: „Alle Wohnungen sind schon längst vermietet.“ Der Präsident glaubt, dass die Einwohnerzahl von heute 105 auf 120 bis 130 Personen ansteigen wird. Viele Gondoneser werden ins Dorf zurückkehren oder nach mehrjährigen Provisorien wieder eine endgültige Bleibe beziehen. So auch André Tscherrig: „Ich freue mich schon auf meine neue Wohnung.“


 

 

      
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