| Naters / Neuer Standortvorschlag für
das geplante Unesco-Besucherzentrum: Das sogenannte Dialogcenter und die
Talstation einer künftigen Bahn vom Talgrund in Richtung Blatten-Belalp
sollen miteinander gekoppelt werden - und zwar auf dem Areal der früheren
Möbel Gertschen.
Von German Escher
Wenn die Touristen das Unesco-Center besuchen,
wollen diese doch anschliessend möglichst rasch und bequem das Gebiet
erreichen, sagt Ernest Wyden. Gemeinsam mit Armand Imhof hat er
sich Gedanken zur touristischen Erschliessung gemacht. Ihre Schlussfolgerung:
Es braucht direkt am Besuchercenter eine Bahn vom Talgrund nach Blatten-Belalp.
Das brächte einen Entwicklungsschub für die gesamte Region,
sind die beiden besorgten Bürger überzeugt.
Unesco-Center im Natischer Feld
Als Standort schlagen sie das Ausstellungshaus der früheren Möbel
Gertschen vor. Das Gebäude sei optimal gelegen, genügend gross
und mit dem Glasturm auch architektonisch markant. Der Architekt und der
Bauunternehmer sind überzeugt, dass hier ein Unesco-Besucherzentrum
wesentlich günstiger zu realisieren wäre als auf dem sogenannten
Gertschen-Areal (gegenüber dem Hochhaus Lötschberg), wo gegenwärtig
ein Neubau für 10 bis 11 Millionen Franken geplant wird. Zudem ist
der vorgeschlagene Standort über die Umfahrungsstrasse bestens erschlossen.
Für die Besucher, die mit der Bahn anreisen, eröffnen sich mit
dem Bau der FO-Ostausfahrt auch neue Perspektiven. In unmittelbarer Nähe
wäre eine Haltestelle denkbar, von wo aus die Gäste über
einen Fussgängersteg die Rhone überqueren und bequem das Unesco-Center
erreichen könnten. Das Unesco-Center liesse sich somit auch optimal
in ein Angebot des Glacier-Express einbauen. Und Gäste
aus Zermatt könnten per Bahn direkt zum Unesco-Center. Nach Bedarf
wäre auch ein Shuttlezug zwischen Bahnhof Brig und Unesco-Talstation
denkbar.
Bahn-Vision ab Naters
Der neue Standort macht vor allem dann Sinn, wenn man das Besucher-center
verbindet mit einer neuen Bahn in Richtung Blatten-Belalp. Dazu hat Armand
Imhof bereits vor Jahren Projektskizzen und Kostenschätzungen ausarbeiten
lassen. Je nach Variante und Bahntyp müssten 20 bis 30 Millionen
Franken investiert werden. Allerdings: Auf den Ausbau des Parkings in
Blatten könnte verzichtet werden. Für ein solches Projekt
braucht es eine neue, breitabgestützte Gesellschaft, an der sich
Investoren und direkte Nutzniesser wie SBB oder Matterhorn Gotthard Bahn
beteiligen müssten, ist Initiant Armand Imhof überzeugt.
Weitere Ausbauschritte auf Belalp müssten folgen. Ernest Wyden bringt
noch unkonventionellere Ideen ins Spiel: Wieso nicht das Aletschbord und
die Riederfurka mit zwei kleinen Zeppelins miteinander verbinden?
Und die Reaktionen...
Laut Vorschlag sollte das UnescoCenter,
wo auch alle Marketingstellen untergebracht wären, in eine Freizeit-
und Sportzone im Natischer Feld integriet werden. Allerdings: Die Initianten
sehen ihre Aufgabe darin, einen Denkanstoss zu geben. Konkrete Gespräche
mit Politikern, Bahnen oder Eigentümern fanden bisher nicht statt.
In einer ersten Stellungnahme meint Gemeindepräsidentin Edith Nanzer,
es gehe vorerst um die Finanzierung des Unesco-Centers. Den Standortvorschlag
könne man sicher prüfen. Der derzeitige Mieter der Hallen, die
Firma Raumart, nimmt die Idee zur Kenntnis. Der Vorschlag leuchtet
uns ein. Schliesslich machen wir an diesem Standort selber positive Erfahrungen
und gute Geschäfte. Also ist es nur logisch, dass sich auch andere
dafür interessieren, meinen Mitinhaber Remo Bittel und Josef
Heynen zur RZ.
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