D i e   a u f l a g e s t ä r k s t e   Z e i t u n g   d e s   O b e r w a l l i s

      


Gewalt gegen Frauen

Ruth Seeholzer

 
Vorgestern wurde weltweit der Tag gegen Gewalt an Frauen begangen. Tatsache ist, dass jede fünfte Frau im Verlaufe ihres Lebens mindestens einmal Gewalt erfahren hat – in den meisten Fällen durch den eigenen Mann, Vater, Bruder, Onkel.

Die Gewalt gehört zur Menschheit wie Adam zu Eva. Der Kain erschlug den Abel. Und seit Jahrtausenden kämpfen Heere gegen Heere, Äxte gegen Äxte und Fäuste gegen Fäuste. Der Mensch ist eine gewalttätige Spezie – gewalttätiger als alle Tiere. Das hat die Evolution bis heute nicht ausmerzen können.

Und immer geht es um Macht. Wer schlägt, hat Macht – und die Gewalt. „Und bist du nicht willig, so brauch‘ ich Gewalt.“ Das Faustrecht wird heute nicht mehr brachial angewandt. Die Formen sind etwas feiner geworden. Umso entsetzter sind wir, wenn wir wieder von irgendwelchen Schlägereien auch bei uns im Oberwallis hören. Was kann man der Gewalt entgegensetzen – ausser Gewalt? „Halte auch die andere Wange hin“? Das fällt vielen schwer.

Warum fällt vielen Männern Gewalt gegenüber Frauen und Mädchen so leicht? Leichte Beute? Einfache Opfer? Die wehren sich ja sowieso nicht? Wahrscheinlich von allem etwas – und noch viel mehr. Dass das Weib dem Manne untertan sei, ist ein uraltes Gebot. Auch das ist Macht. Es ist noch nicht so lange her, hatten die Frauen in der Schweiz keine Stimme und keine (politische) Macht. Die Macht – und damit die Gewalt? – gehörte Jahrtausende in Männerhände. Einige können dieses Erbe bis heute nicht abstreifen. Anderen gelang das sehr wohl.

Gewalt in jeder Form ist zu verurteilen, und nicht immer sind es Frauen, die Opfer von Gewalt sind. So lange aber immer noch jede fünfte Frau Opfer einer Gewalttat wird, so lange ist noch einiges im Argen.

 



 

 

      
Heute & morgen

/

/


RZ-Newsletter
Email-Adresse eingeben und Sie werden informiert:
Suchen


Have a look at: