| Vorgestern wurde weltweit
der Tag gegen Gewalt an Frauen begangen. Tatsache ist, dass jede fünfte
Frau im Verlaufe ihres Lebens mindestens einmal Gewalt erfahren hat
in den meisten Fällen durch den eigenen Mann, Vater, Bruder, Onkel.
Die Gewalt gehört zur Menschheit wie Adam zu Eva. Der Kain erschlug
den Abel. Und seit Jahrtausenden kämpfen Heere gegen Heere, Äxte
gegen Äxte und Fäuste gegen Fäuste. Der Mensch ist eine
gewalttätige Spezie gewalttätiger als alle Tiere. Das
hat die Evolution bis heute nicht ausmerzen können.
Und immer geht es um Macht. Wer schlägt, hat Macht und
die Gewalt. Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt.
Das Faustrecht wird heute nicht mehr brachial angewandt. Die Formen sind
etwas feiner geworden. Umso entsetzter sind wir, wenn wir wieder von irgendwelchen
Schlägereien auch bei uns im Oberwallis hören. Was kann man
der Gewalt entgegensetzen ausser Gewalt? Halte auch die andere
Wange hin? Das fällt vielen schwer.
Warum fällt vielen Männern Gewalt gegenüber Frauen
und Mädchen so leicht? Leichte Beute? Einfache Opfer? Die wehren
sich ja sowieso nicht? Wahrscheinlich von allem etwas und noch
viel mehr. Dass das Weib dem Manne untertan sei, ist ein uraltes Gebot.
Auch das ist Macht. Es ist noch nicht so lange her, hatten die Frauen
in der Schweiz keine Stimme und keine (politische) Macht. Die Macht
und damit die Gewalt? gehörte Jahrtausende in Männerhände.
Einige können dieses Erbe bis heute nicht abstreifen. Anderen gelang
das sehr wohl.
Gewalt in jeder Form ist zu verurteilen, und nicht immer sind es Frauen,
die Opfer von Gewalt sind. So lange aber immer noch jede fünfte Frau
Opfer einer Gewalttat wird, so lange ist noch einiges im Argen.
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