| Leuk / Die Stiftung
Schloss Leuk erhält von der Munizipalgemeinde und der Burgerschaft
Leuk je eine halbe Million Franken. Damit soll die Finanzierung der nächsten
Bauetappen gesichert sein. Doch die Geldspritze ist nicht ganz unumstritten.
Von German Escher
Wir werden der Stiftung insgesamt 500`000 Franken, aufgeteilt auf
zwei Tranchen 2004 und 2005, bezahlen, bestätigt Gemeindepräsident
Gaston Oggier gegenüber der RhoneZeitung. Die Gemeinde wäre
nicht in der Lage, das Schloss alleine zu renovieren. Deshalb haben wir
dies der Stiftung in Auftrag gegeben, die wir aber auch entsprechend unterstützen
müssen. Und auch die Burgerversammlung stimmte am Sonntag auf
Antrag des Burgerrates dem Begehren zu, zur Absicherung der IHG-Kredite
in den nächsten 20 Jahren jeweils 25`000 Franken zu bezahlen. Nebst
der volkswirtschaftlichen Bedeutung der Schlossrenovation streicht Burgerpräsident
Stefan Eggo noch einen weiteren Grund hervor: Die Burgerschaft fühlt
sich verpflichtet, zur Erhaltung kunst- und kulturhistorisch wichtiger
Bauten im Rahmen seiner Möglichkeiten beizutragen.
Zuversicht beim Stiftungsrat
Der Stiftungsratsausschuss nahm an seiner Sitzung am Montag die Beschlüsse
freudig zur Kenntnis. Peter Jossen, Präsident des Stiftungsratsausschusses:
Damit ist die Finanzierung der Bauetappen 2004 und 2005 gesichert.
Mit der Innenrenovation des Turms wird in den nächsten Tagen begonnen.
Der Terminplan wurde laut Jossen am 18. November mit Stararchitekt Mario
Botta nochmals koordiniert. So wird die berühmte Kuppel voraussichtlich
im Mai installiert. Die Bauarbeiten dieser Etappe sollen im Sommer mit
einem Aufrichtefest verbunden mit der Aufführung der Operette
Eine Nacht in Venedig abgeschlossen werden.
Kritik der CSP Ortspartei
Weniger Freude hat das Präsidium der CSP Ortspartei, die dieser
Tage schriftlich beim Gemeinderat interveniert hat. Einmal mehr
unterlässt es der Gemeinderat, die Bevölkerung transparent und
umfassend hinsichtlich der Verwendung der Steuergelder zu informieren,
schreibt das CSP-Präsidium und verlangt klare Auskunft über
Finanz- und Investitionsplan und die Honorare. Zugleich wird betont, dass
man das Projekt als sinnvoll betrachte, kritisiert aber die finanzielle
Unterstützung. Zudem passe der 500`000-Franken-Kredit schlecht zu
den Bettelbemühungen, welche die Gemeinde nach dem Waldbrand unternehme.
Wichtig für Leuk
Die Abrechnungen seien hieb- und stichfest und würden jeder Kontrolle
standhalten, entgegnet Ausschusspräsident Peter Jossen den Kritikern.
Der Stiftungsrat nehme die einzelnen Bauetappen nur in Angriff, wenn auch
die jeweilige Finanzierung gesichert sei. Jossen verweist zudem auf die
volkswirtschaftliche und touristische Bedeutung des Schlosses, das nach
der Renovation 50`000 bis 100`000 Besucher pro Jahr anlocken soll. Deshalb
sei des Engagement der Gemeinde auch gerechtfertigt.
Auch Gemeindepräsident Gaston Oggier sieht in der Renovation des
Schlosses einen wichtigen Impuls für Leuk. Aber die Frage bleibt:Kann
sich die Gemeinde nach dem Waldbrand eine halbe Million zugunsten der
Schlossrenovation leisten? Präsident Oggier: Wir wissen heute
noch nicht, wie hoch die Kosten, welche durch den Waldbrand verursacht
wurden, sein werden. Das hat auch nichts mit dem Schloss zu tun. Die Gemeinde
hat in den letzten Jahren viel Geld in Susten etwa für das
Sportplatzgebäude und das Gemeindezentrum Dilei investiert.
Die Infrastruktur in Susten ist heute à jour. Aber Leuk selber
wurde etwas vernachlässigt. Deshalb ist es richtig, die Schlossrenovation
zu unterstützen.
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