| Er freue sich auf das
Firmaessen, erklärte mir unlängst ein Kollege. Sein Chef habe
die gesamte Belegschaft nach Domo eingeladen. Nicht schlecht, denke ich
zunächst.
Doch dann flattern mir anfangs Woche die neuen Arbeitslosenzahlen
auf den Tisch. Die Kernbotschaft: 5141 Menschen stempeln im Wallis. Die
Arbeitslosigkeit liegt mit 3,7 Prozent unter dem schweizerischen Schnitt.
Und überhaupt sei die saisonale Arbeitslosigkeit im November weniger
stark angestiegen als im Vorjahr, heisst es relativierend aus der Kantonsverwaltung.
Was hat das mit dem Firmenessen in Domo zu tun? Mehr als Sie meinen.
Gastronomie und Bauwirtschaft sind jene Branchen, die am stärksten
unter der Arbeitslosigkeit leiden. Unternehmer beider Sektoren klagen
immer lauter über sinkende Umsätze - oft ohne über die
eigene Nasenspitze hinaus zu denken. Wer sich das Firmanessen in Domo
servieren lässt, darf das Jahr hindurch auch nicht wütend werden,
wenn beispielsweise bei einem Restaurantumbau Baumaterialien oder Einrichtungen
in Italien bestellt werden.
Kirchturmdenken? Wohl kaum. Die Oberwalliser Wirtschaft ist
abgesehen von der Grossindustrie vor allem in der Zwischensaison
von der sogenannten Binnennachfrage abhängig. Je mehr Geld aus unserem
Kantonsteil abfliesst, desto schlechter geht es der Wirtschaft, dem Arbeitnehmer
und damit letztlich auch dem Konsumenten. Sie mögen einwenden: Die
Oberwalliser Wirtschaft muss sich dieser Konkurrenz stellen. Einverstanden.
Das trifft in noch verstärkterem Masse nach der Eröffnung der
NEAT zu. Shoppingerlebnis in Thun und Bern werden es dem Detailhandel
im Oberwallis auch nicht leichter machen. Da spielen Auswahl und Preis
eine sekundäre Rolle. Näher zum Kunden wird hier die Devise
lauten. Nur so wird auch der Konsument den heute weit verbreiteten Weihnachtsslogan
vergessen: Ob vo Domo oder Bäru - jedus Päkli hanni gäru...
|