| Es weihnachtet so sehr.
Tausende Lichter beleuchten unsere Dörfer und Städte. Weihnachtskrippen
in allen Formen und Farben sind auf Strassen, Plätzen und vor den Häusern
platziert. Sogar die amerikanisch beleuchteten Rentiere mit den amerikanisch
glänzenden Schlitten haben in unseren Tälern Einzug gehalten.
In jedem Geschäft glänzt und glitzert und funkelt es und lädt
uns ein, zu kaufen, kaufen, kaufen. Die Menschen hasten und hetzen den letzten
Geschenken hinterher. Jetzt hab ich noch die Tante Marie vergessen! Und
für die Grossmama wollte ich doch eigentlich noch diesen speziellen
Engel suchen...
Eine Umfrage in Deutschland beweist es: Ein Drittel der Kinder zwischen
sechs und zwölf Jahren hat keine Ahnung, warum wir überhaupt
Weihnachten feiern. Weil die Grosseltern zu Besuch kommen,
war eine Antwort. Oder weil die ganze Familie fein essen will.
Was feiern wir eigentlich wirklich? Sind es die paar freien Tage, die
uns nun zur Verfügung stehen? Ist es der Besuch der vielen Verwandten,
die man sonst das ganze Jahr kaum sieht? Oder ist es tatsächlich
die Geburt Christi, die uns wie zum Beispiel auch Pfarrer Kenneth,
siehe Frontalinterview so dermassen erfreut, dass wir jauchzen
und jubilieren?
Bei alldem sollten wir nicht vergessen, dass diese festliche Zeit
nicht nur die Freude, sondern auch Kummer und Schmerz verstärken
kann. Leid und Trauer machen vor Weihnachten nicht halt. Leben und Sterben
gehen weiter. Ob wir uns dessen immer so bewusst sind? Heidi S., eine
Oberwalliserin, die ihren Tod näher kommen fühlt, ist es.
Memento mori bedenke Mensch, dass du sterben wirst. In diesem
Sinn: Frohe Weihnachten.
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