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Das GA soll künftig auch auf der Strecke Visp-Zermatt gültig sein
Millionenpoker um GA-Gelder

 
Brig-Glis / Seilziehen zwischen den SBB und der Matterhorn Gotthard Bahn (MGB). Der Grund: Der Gültigkeitsbereich für das Generalabonnement (GA) soll auf das ganze MGB-Netz ausgeweitet werden.

Von Walter Bellwald

Wer mit der BVZ von Visp nach Zermatt fährt, erlebt eine böse Überraschung. Weil das Generalabonnement auf diesem Streckenabschnitt nicht gültig ist, muss ein GA-Inhaber den halben Preis bezahlen. Das soll sich nach dem Willen der SBB jetzt ändern: Entsprechende Verhandlungen mit der neuen Gesellschaft Matterhorn Gotthard Bahn (BVZ/FO) sind im Gang.

Millionen-Verlust
Das GA ist praktisch auf dem ganzen Strassen- und Schienennetz in der Schweiz gültig. Nach einem bestimmten Verteilschlüssel werden die Einnahmen aus dem GA-Verkauf (rund 500 Millionen Franken) an die verschiedenen Transportunternehmen ausgeschüttet. Der Verteilschlüssel wird aufgrund von Erhebungen erstellt, welche die SBB bei den GA-Inhabern durchführen. Trotzdem fühlen sich viele Unternehmen benachteiligt und um Millionen-Gelder geprellt. Das war auch der Grund, warum die BVZ bisher nicht beim GA-Poker mitgespielt hat. „Mit dem jetzigen Stand der Dinge müsste sich die Matterhorn Gotthard Bahn jährlich rund 1,4 Millionen ans Bein streichen“, erklärt Helmut Biner, Kommunikationschef der Matterhorn Gotthard Bahn.

Keine Alternativen
Inzwischen haben erste Gespräche zwischen den SBB, dem Bundesamt für Verkehr und der Matterhorn Gotthard Bahn über den GA-Gültigkeitsbereich auf dem gesamten MGB-Netz stattgefunden. Noch herrscht Unklarheit über die finanzielle Abgeltung. Für Paul Blumenthal, Leiter SBB-Personenverkehr, gibts für die Matterhorn Gotthard Bahn aber keine Alternativen. „Nachdem wir Millionen in den Ausbau der NEAT-Zufahrtsstrecke und den Umbau des Bahnhofs Visp investieren, wäre es unvorstellbar, wenn die MGB das Generalabo auch weiterhin nicht akzeptieren würde.“ Seiner Meinung nach käme das einem Schildbürgerstreich gleich. „Ich habe zwar Verständnis für die Anliegen der Matterhorn Gotthard Bahn. Aber wenn wir uns nicht einigen können, müssen wir unsere Investitionen ernsthaft überdenken.“

Gemeinsame Lösung anstreben
Auch Rolf Meyer vom Verband öffentlicher Verkehr (VöV) wünscht sich eine Einigung zwischen den konzessionierten Transportunternehmen, den SBB und der Matterhorn Gotthard Bahn. „Wir hoffen, dass die MGB auf der ganzen Strecke in den GA-Gültigkeitsbereich kommt. Dadurch würde das Angebot im öffentlichen Verkehr weiter aufgewertet.“ Noch gibt man sich bei der Matterhorn Gotthard Bahn zurückhaltend. „Wir wollen uns nicht querstellen“, meint Helmut Biner. „Aber wir wollen eine angemessene Entschädigung.“ Paul Blumenthal von der SBB ist zuversichtlich: „Wir werden eine gemeinsame Lösung finden.“


 

 

      
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