| In den letzten Tagen
und Wochen hat die Terrorwelle neue traurige Dimensionen erreicht. Über
200 Tote in Madrid, Bombenterror auf ein Hotel in Bagdad und als jüngstes
Beispiel das Attentat der Israelis auf den geistigen Führer der Hamas,
auf Scheich Yassin. Die internationalen Reaktionen waren denn auch klar.
Die meisten Regierungen haben den Anschlag auf den Hamas-Gründer als
illegale Tötung und somit einen Verstoss gegen das Völkerrecht
verurteilt. Und das zu recht. Einzig die USA haben sich bisher zurückgehalten.
Das erstaunt nicht. Es ist die Bush-Regierung, welche selbst eine fragwürdige
Revolver-Diplomatie verfolgt und das mit bescheidenem Erfolg. Die
Bilanz des Irak-Krieges, den man mit dem angeblichen Vorhandensein von Massenvernichtungswaffen
gerechtfertigt hat, ist ernüchternd. Gefunden wurde nichts. Einzig
Saddam Hussein konnte gefasst werden. Dafür haben Amerikaner und ihre
Verbündeten einen hohen Blutzoll bezahlt. Friedlicher wird es im Krisengebiet
deshalb aber nicht. Im Gegenteil: Kolonialistische Kriegsführung erzeugt
Gegengewalt und Aggressionen, die sich in neuen Terroranschlägen entladen
werden. Der Bombenterror in Madrid ist ein trauriger Beleg für diese
Entwicklung. Ähnliche Erfahrungen werden die Israelis machen. Das Attentat
auf Scheich Yassin wird eine weitere Terrorwelle auslösen. Darunter
werden letztlich das isrealische Volk ebenso wie die Palästinenser
zu leiden haben.
Sie mögen sich jetzt Fragen, warum der Terror, der schon alle
anderen Medien dominiert, in dieser Zeitung thematisiert wird. Die Antwort
ist einfach. Erstens: Auch wir und unsere Volkswirtschaft spüren
die Folgen des Terrors, der den sich allmählich abzeichnenden Aufschwung
abzuwürgen droht. Zweitens: Betroffenheit, Anteilnahme und Angst
kennen keine Landesgrenzen. Terroristen leider auch nicht.
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