| Zermatt / Der Bahnhof
im Matterhorndorf soll neu konzipiert und gestaltet werden. Ein entsprechender
Studienwettbewerb wurde bereits durchgeführt. Aber noch sind weder
Zeitplan noch Kostenrahmen für die Realisierung des neuen Bahnhofs
bekannt.
Von German Escher
Das neue Eisenbahnzeitalter, das mit der Eröffnung der NEAT im Wallis
anbrechen wird, löst auch Folgeprojekte aus. Die Reisezeit von Zürich
nach Zermatt beispielsweise schrumpft von 4,5 auf 3 Stunden. Oder der
Gast aus dem Raum Bern wird das Matterhorndorf künftig per Bahn rascher
erreichen als mit dem Auto. Wir rechnen klar mit einem Mehrverkehr,
sagt Helmut Biner, Leiter Kommunikation der Matterhorn Gotthard Bahn,
gegenüber der RhoneZeitung. Aber wir müssen auch bereit
sein, diesen Mehrverkehr zu bewältigen.
Klarer Handlungsbedarf
Zusatzverkehr löst auch der neue TopTerminal in Täsch aus. Zu
diesem Konzept gehören ebenfalls die neuen Pendelzüge, die künftig
im 15- statt im 20-Minutentakt verkehren werden. Vor diesem Hintergrund
drängen sich Anpassungen der Perron und Geleiselängen im Bahnhof
Zermatt sowie neue Kreuzungen entlang der Strecke auf. Auch unterhaltstechnisch
orten die MGB-Verantwortlichen Handlungsbedarf. So wird der Kleinunterhalt
der MGB und GGB-Kompositionen heute an drei verschiedenen Standorten in
Zermatt durchgeführt. Synergien sind hier laut Biner also durchaus
möglich.
Es fehlt an Platz
Vom künftigen Zermatter Bahnhof soll in erster Linie aber der
Gast profitieren. Bereits heute reisen an einem Spitzentag in Zermatt
an die 18`000 Bahngäste an und ab. An solchen Tagen sei der Bahnhof
und der Bahnhofplatz mit all den Taxis und Hotelfahrzeugen etc. schlicht
überlastet, gesteht Biner. Aber es fehlt schlicht der Platz,
hier den Umschlag kundengerecht abzuwickeln. Müssen also Teile
des Bahnhofgebäudes abgerissen werden? Das sei noch unklar, entgegnet
Biner und verweist auf die laufenden Gespräche mit den Partnern Gornergratbahn,
BVZ Holding als Liegenschaftseigentümerin und der Gemeinde Zermatt.
Allerdings: Ein Studienauftrag, an dem vier Teams teilnahmen, ist bereits
abgeschlossen. Die Jury entschied sich für die Lösungsvorschläge
des Basler Büros Steinmann+Schmid, welche bereits den Visper Bahnhof
planen. In der März-Ausgabe des Fachmagazins Hochparterre wurde dem
Architekturbüro, an dem auch der Natischer Herbert Schmid beteiligt
ist, eine mehrseitige Reportage gewidmet. Darin wird unter anderem das
Zermatter Projekt skizziert. Die Stossrichtung: Das Bahnhofbuffet würde
abgerissen, um den Platz entsprechend zu erweitern. Zudem wird vorgeschlagen
die GGB unterirdisch an den neugestalteten MGB-Bahnhof mit Depots etc.
anzubringen.
Gesamtlösung nötig
Es handle sich lediglich um einen Vorschlag, relativiert MGB-Sprecher
Helmut Biner. Es gehe jetzt darum, gemeinsam mit den Partnern im Rahmen
des Masterplans eine Gesamtlösung zu erarbeiten. Dazu werden wohl
auch die Etappierung und Finanzierung gehören. Bis wann der neue
Zermatter Bahnhof betriebsbereit sein wird, ist noch unklar, wie Biner
bestätigt: Noch steht der Termin nicht.
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