| Du abverdammts
hüere Dräck-Grüezi, habs Gläff züe! Tja,
das ist Deutsch. Sogar Walliser-Deutsch. Und einer der ersten Sätze,
die ich damals, vor knapp zehn Jahren, als frisch Zugereiste an einem Musikfest
zu hören bekam. Erschrecken Sie ob dieser Aussage, oder finden Sie
sie amüsant? Denn eigentlich und im Grunde des Herzens ist sie rassistisch.
Genauso wie die Aussage von Bundesrat Merz von letzter Woche, dass die Walliser
Jammerer und Geldabzocker seien. Und ähnlich unterschiedlich die Reaktionen
in der Deutschschweiz. Hämisch die einen: Endlich darf mal jemand
sagen, wie es wirklich ist. Entsetzt die anderen: Das darf kein
Bundesrat über einen Kanton sagen.
Klappt das eben doch nicht in der Schweiz, das mit dem Zusammenleben
verschiedener Kulturen? Dass ein Walliser Pürli nicht sehr viel gemein
hat mit einer Stadtzürcher Dame, ist naheliegend. Doch so viele Walliser
Pürli gibt es gar nicht mehr. Und auch die typische Stadtzürcherin,
wie immer sie auch aussehen mag, ist nicht mehr so einfach zu klassieren.
Viele Bewohner von Brig oder Sitten fühlen sich den Städtern
in Zürich und Bern näher verwandt als einer Bäuerin aus
dem Goms oder dem Eifischtal. Und sehr viele Üsserschwizer Städtebewohner
freuen sich jeweils Monate im voraus auf ihre Ferien im warmen und sonnigen
Wallis. Die Walliser sind nicht einfach Jammeri, und die Deutschweizer
sind keine Dräck-Grüezini. Die Zeiten sind endgültig vorbei,
als man hart den Kantonsgrenzen entlang schubladisierte und kritisierte.
Bundesrat Merz entschuldigte sich umgehend und sehr ausführlich beim
Kanton Wallis. Es sei ein einmaliger Ausrutscher gewesen, der nicht hätte
vorkommen dürfen. Auch die eingangs erwähnte Aussage bekam ich
später nie mehr zu hören. Jeder muss schliesslich selber schauen,
wie er zu seinem Glück kommt. Ob Hiesiger oder Üsserer...
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