| Visp / Wo Blechlawinen
sich erheben... Der österliche Reiseverkehr hat den Vispern und allen
Oberwalliser Pendlern wieder einmal einen ersten Vorgeschmack auf die äusserst
prekäre Verkehrssituation in Visp gegeben. Im Mai soll nun endlich
die Pförtneranlage in Betrieb genommen werden.
Von Ruth Seeholzer
Jeden Abend wieder dasselbe Spektakel: Von Brig kommend staut sich der
Verkehr zurück bis zur Autobahnausfahrt, von Raron kommend bis zum
Kreisel Vispertaltunnel, und auch die Verkehrsteilnehmer aus dem Saaser-
und Mattertal dürfen sich jeweilen in langen Schlangen in Geduld
üben. Stau in Visp eine unendliche Geschichte.
Chaos grösser denn je
Die neue Pförtneranlage, die vor genau zwei Jahren in Angriff
genommen wurde, hätte zwar dem Stau nicht abhelfen, ihn aber immerhin
aus Visp heraushalten sollen. Was sich jedoch allzu schnell als Fehlkalkulation
herausstellen sollte. Da das Geld nur für eine Anlage in Visp Ost
reichte, war das Chaos innerorts noch grösser als vorher. Also schaltete
man die Anlage schnell-stens wieder aus und beschloss, nun doch auch in
Visp West die zweite dazugehörende Anlage zu bauen. Die Gemeinde
Visp nützte die Situation, um gleichzeitig das ganze Rohrleitungssystem
auf diesem Abschnitt zu kontrollieren und zu ersetzen. Was die Bauzeit
und damit die Verkehrsbehinderungen massiv verlängerte zum
Ärger aller Autolenker. Im letzten Herbst nun schien auch diese Hürde
genommen. Die Bagger und Asphaltier-Maschinen zogen ab, und bald hiess
es wieder: Freie Fahrt!
Wo ist die Pförtneranlage?
Doch männiglich fragte sich, was denn nun mit dieser ominösen
Pförtneranlage passiert sei. Gibt es sie nun überhaupt nicht
mehr? War der ganze Umprang und Ärger für die Katz?
Nein, alles ganz anders, meint der zuständige Visper Gemeinderat
Remo Valsecchi. Die Montage der Sensoranlage, die später die Autos
zählen soll, sei eine hochsensible Angelegenheit. Man muss
acht bis zehn Monate warten, bis sich der Untergrund gesetzt hat, bevor
man die Sensoren verlegen kann, so Valsecchi. Ende April soll es
soweit sein. Dann wird in Visp West nochmals asphaltiert. Was lange währt,
wird endlich gut? Valsecchi ist selber nicht sehr überzeugt von der
Pförtneranlage, die der Kanton montiert: Dem Stau hilft das
in keinster Weise ab. Valsecchi und mit ihm wohl die meisten
Autofahrer plädieren für die Abschaffung des Fussgängerstreifens
zwischen Migros und Coop. Wegen einem einzigen Fussgänger müssen
bis zu zwanzig Autos stehen bleiben. Doch seine Forderung hatte
bis heute keine Chance im Gemeinderat. So stauen sich denn die Autos weiter
in Visp.
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