| Er kam, sprach und siegte...
zumindest in der Briger Simplonhalle. Mit der Kraft der simplen Rhetorik
hatte Bundesrat Christoph Blocher am vergangenen Montag in der Briger Simplonhalle
die Anhänger und auch die Lacher bald einmal auf seiner Seite. Aber
einfache und leichtverständliche Argumente müssen nicht unbedingt
falsch sein. Auch wenn beim anschliessenden Apero vereinzelte Zuhörer
meinten, man hätte doch fast jede zweite Aussage widerlegen können.
Bloss, angetreten ist keiner dieser Gegner oder Skeptiker. Selbst der Staatsrat
hat gekneift. Weil die Organisatoren keine eigentliche Podiumsveranstaltung
wollten, lehnte die Kantonsregierung die Einladung ab. Das ist ihr gutes
Recht. Doch wenn man sieht, dass unsere Staatsräte bald an jeder Hundsverlocheta
anzutreffen sind, wäre es nicht mehr als politisch korrekt, dem Bundesrat
in Brig die Referenz zu erweisen. Man mag über die politische Ausrichtung
des SVP-Bundesrats geteilter Meinung sein. Aber in Sachen Steuerpaket vertritt
Christoph Blocher die Ansicht des Gesamtbundesrats, mit dem unsere Staatsräte
auch nach dem 16. Mai noch weiterkutschieren müssen. Geschickter verhielt
sich da die Briger Stadtpräsidentin Viola Amherd, die wohl als eine
der wenigen CVPO-Exponenten im Saal war und als Hausherrin nebst der Bundesratsgattin
in der ersten Reihe Platz nahm.
Das Fernbleiben des Staatsrates ist auch Ausdruck unserer Streitkultur,
in der allzu oft Machterhaltung und Ausgrenzung wichtiger erscheinen als
der Austausch von Argumenten und Ideen. Diese Politkultur führt mitunter
auch dazu, dass es im Wallis immer wieder prominente Parteidissidenten
gab oder Exponenten zumindest ihre Parteizugehörigkeit sistiert haben.
Querdenker habens schwer im Land des Rottens, der aber aller Angstmacherei
zum Trotz auch nach dem 16. Mai noch talabwärts fliessen wird.
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