D i e   a u f l a g e s t ä r k s t e   Z e i t u n g   d e s   O b e r w a l l i s

      
Ruth Seeholzer
Zwängereien

 
Da kommen sie nun daher und wollen das kleine Ausserbinn zwingen zu seinem Glück. Eventuell schon in der kommenden Juni-Session soll im Grossen Rat beschlossen werden, ob Ausserbinn zur Fusion mit Steinhaus, Mühlebach und Ernen gewzungen werden kann. Wehren dagegen tut sich momentan nur Ausserbinn (siehe RZ Seiten 4 und 5). Die kleine Gommer Gemeinde mit 45 Einwohnern will alle Hebel in Bewegung setzen, um der drohenden Zwangsfusion entgehen zu können. Sie hofft, eine grosse Lobby im Grossen Rat zu bekommen.

Doch sollten sich wider Erwarten die gesamten Oberwalliser Grossräte einig sein und geschlossen gegen die Zwangsfusion von Ausserbinn stimmen – es wäre wohl nur ein bisschen mehr als ein Tropfen auf den heissen Stein. Denn – und das schleckt keine Geiss weg – die Oberwalliser sind deutlich in der Minderheit, auch im Grossen Rat. Und seien wir ehrlich: Welchen Unterwalliser Grossrat interessiert das Schicksal einer Oberwalliser Kleinstgemeinde?

Fusionen können eine gute Sache sein. Bei hoher Überschuldung oder Schwierigkeiten beim Bestellen des Gemeinderates kann sogar ein Zwang sinnvoll sein. Das sind jedoch alles Kriterien, die auf Ausserbinn in keiner Art und Weise zutreffen. Ganz im Gegenteil zur Unterwalliser Gemeinde Salins. Dort spricht aber niemand von Zwang. Im Oberwallis jedoch will man etwas durchstieren, was bald zum Modell werden könnte. Noch wird das Oberwallis vom Unterwallis nicht ‚gevogtet‘. Doch die drohende Zwangsfusion von Ausserbinn könnte eine Lawine von weiteren Unterwalliser Zwängereien auslösen.


 

 

      
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