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Trotz kleinerem Lehrstellenangebot ist die Situation nicht dramatisch
Noch nie sowenig Lehrstellen

 
Brig / Oberwallis / Das Lehrstellenangebot wird immer knapper – auch im Oberwallis. Das zeigt die neuste Lehrmeisterumfrage. Die Zahl der Lehrstellen ist 2004 auf 833 gesunken. Davon sind Ende Mai noch rund 110 Ausbildungsplätze nicht besetzt.

Von German Escher

„Die Zahl der Lehrstellen war noch nie so tief“, erklärt Manfred Kuonen, Leiter der Berufsberatung, gegenüber der RZ. Er stützt sich dabei auf die neuste Lehrmeisterbefragung. 2004 bieten Oberwalliser Betriebe 833 Ausbildungsplätze an, das sind 23 Lehrstellen weniger als 2003. Vor zwei Jahren wurden noch 980 Lehrstellen gemeldet. Der Schnitt der letzten zehn Jahre liegt bei 903 Lehrstellen. Trotzdem mag Manfred Kuonen nicht von einer Verschärfung des Lehrstellenmarktes reden: „Im Unterschied zu den urbanen Zentren vermag die Situation im Oberwallis noch zu befriedigen.“

110 Lehrstellen noch frei
„In absoluten Zahlen reicht das Lehrstellenangebot aus, aber die Bedürfnisse der Lehrstellensuchenden decken sich nicht ganz mit dem Angebot“, stellt Kuonen weiter fest. Auch das bestätigt die Umfrage, die jeweils Ende Mai telefonisch aktualisiert wird: Noch sind im Oberwallis an die 110 Lehrstellen frei. Am schwierigsten sind die Lehrstellen im Gastgewerbe, Ernährungsektor und der Bauwirtschaft zu besetzen. Einige Beispiele aus der Umfrage: Von den zwölf angebotenen Bäcker-KonditorInnen-Lehrstellen sind noch immer deren acht frei. Für den Beruf Hotelfachassistentin sind 6 von 23 Lehrstellen, beim Koch 7 von 37 Ausbildungsplätzen noch nicht besetzt. Noch krasser präsentiert sich die Situation auf dem Bau. Von 45 Schreinerausbildungsplätzen sind noch deren 13 frei. Bei den Maurern sind noch 19 von insgesamt 33 Lehrlingsplätzen nicht besetzt. „Auch dieses Jahr werden im Oberwallis nicht alle Lehrstellen besetzt“, schlussfolgert Kuonen. „Wer genügend flexibel ist, hat durchaus intakte Chancen, einen Ausbildungsplatz zu finden.“

100 Schulabgänger im Ungewissen
Die Bedürfnisse und Flexibilität der Schüler wird die für Juni geplante Umfrage zeigen. Aufgrund der letztjährigen Daten geht Kuonen davon aus, dass von den rund 1100 Schülerinnen und Schülern, die 2004 aus der obligatorischen Schulpflicht entlassen werden, in etwa die Hälfte eine weiterführende Schule besuchen werden und weitere 45 Prozent ihre Lehrstelle haben. 80 bis 90 Jugendliche dürften zum jetzigen Zeitpunkt noch auf der Suche sein oder Alternativen prüfen. Die Wünsche der Lehrstellensuchenden, aber auch die steigenden Ansprüche der Lehrbetriebe erschweren für die verbleibenden Jugendlichen die Situation. Vor allem für Realschüler sei die Auswahlpalette generell eingeschränkter, gesteht Kuonen. Und wenn der Jugendliche noch einen fremdländisch klingenden Namen hat, kann die Lehrstellensuche auch bei noch so guten Noten extrem schwierig werden.


 

 

      
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