| Oberwallis / Visp / Die
Meldung im Nachrichtenmagazin 10 vor 10 von letzer Woche liess
auch Walliser Allergiker aufhorchen: Ambrosia, eine Allergien auslösende
Pflanze, ist in Europa eingewandert. In Norditalien ist sie bereits zu einem
grossen Problem geworden. Und im Wallis?
Von Ruth Seeholzer
Noch vor kurzem war die Ambrosia in der Schweiz kaum ein Begriff. Schliesslich
handelt es sich hier um eine Pflanze, die in den USA und Kanada heimisch
ist. Das Beifussblättrige Traubenkraut, wie die Ambrosie auch genannt
wird, ist in Europa ein Neuankömmling. Es wurde unter anderem durch
den Flug- und Schiffsverkehr, aber auch mit Saatgut und Getreide eingeschleppt.
Ernsthafte Gefährdung
Ambrosia kann bei Allergikern zu einem ernsthaften Problem werden,
erklärt Dr. Alain Wimmersberger gegenüber der RZ. Der Kinderarzt
aus Visp beschäftigt sich schon seit längerem mit Blütenpollen
und ihren Wirkungen auf den Menschen. Seit 1988 hat er in Visp auf dem
Dach des Hauses seiner Praxis sogar ein Pollenmessgerät von Meteo
Schweiz installiert. Noch ist seiner Ansicht nach der Ambrosia-Befall
im Wallis nicht gravierend. Im Jahr 2003 wurden nur wenige Pollen dieses
Geschenk des Himmels, wie Ambrosia übersetzt ziemlich
unpassend heisst, im Pollenmessgerät in Visp gefunden. Im Tessin
und in Genf sieht es da schon wesentlich schlimmer aus.
Camions als Samenträger
Die Ambrosia ist eine typische Zivilisations-Folgerpflanze. Sie ist
anspruchslos und wächst am liebsten an Strassenrändern, auf
stillgelegten Deponien oder Schutthalden. Von der Poebene, wo mittlerweile
35 Prozent der Allergiker auf Ambrosia-Pollen reagieren, gelangen die
Samen der sehr produktiven Pflanze mit dem Wind und teils sogar an den
Pneus der Camions haftend ins Tessin. Dort sind entlang der Autobahn bereits
grössere Mengen der Asthma-Pflanze aufgetaucht. Und genauso
können die Samen ins Oberwallis gelangen. In Norditalien wird jetzt
von Staates wegen gegen die Pflanze vorgegangen. Wer eine Ambrosia-Pflanze
in seinem Garten hat und sie nicht ausreisst, wird mit bis zu 400 Euro
gebüsst. Auch der Kanton Tessin überlegt sich bereits Massnahmen,
ganze nach dem Motto: Wehret den Anfängen. Bei der Walliser Dienststelle
für Wald und Landschaft ist Ambrosia indes noch kein Thema.
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