| Ab Montag gilts ernst:
Die Aufteilung der Spitaldisziplinen auf die Standorte Brig und Visp wird
bis Ende Juni schrittweise umgesetzt. Mit einem Flugblatt wird die Bevölkerung
orientiert, welche medizinische Versorgung künftig wo genau angeboten
wird. Das Sicherheitsdispositiv bleibe wie bisher garantiert, betont die
Spitaldirektion
Die Kritiker vor ab aus der Region Brig-Goms wehren
sich dagegen, dass am Oberwalliser Kreisspital das Skalpell angesetzt
wird. Sie verweisen auf die unklare rechtliche Situation und pochen auf
einen 24-Stunden-Operationsbetrieb in Brig.
Der Ärger ist verständlich, das Vorgehen schon weniger.
Die Opposition an der Umsetzung der neuen Spitalorganisation kommt reichlich
spät, ist wenig konstruktiv und verunsichert Personal und Patienten.
Und um letztere geht es schliesslich. Sie wollen eine einwandfreie Gesundheitsversorgung.
Doch auch diese sehen die Briger Opponenten mit dem neuen Spitalmodell
in Gefahr. Das Wort Versorgungschaos macht die Runde. Argumente,
die angesichts der Überbelegung im Winter auch einem Laien verständlich
erscheinen. Alles eine Frage der Planung, entgegnen die Manager des Gesundheitsnetzes
(GN). Wem man letztlich glauben soll und trauen darf ich weiss
es nicht.
Den Skeptikern bleibt kurzfristig wohl nur eines, nämlich den
Staatsrat beim Wort nehmen: Spezialdisziplinen sind künftig in Brig
anzusiedeln. Ansonsten verkümmert des einstige Kreisspital zu einer
etwas zu gross geratenen Arztpraxis. Mittelfristig zielt die Initiative
für eine abgespeckte Spitalpolitik, die nächstens lanciert
werden soll, in die richtige Richtung. Darin werden unter anderem drei
selbstständige Spitalregionen für das Wallis gefordert. Nur
so kann garantiert werden, dass dem Oberwallis auch längerfristig
ein Akutspital erhalten bleibt. Aber das setzt Einigkeit statt Streit
voraus. Nur: Gegen Missgunst hat bisher keines der beiden Spitäler
das passende Medikament zur Hand!
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