| Täsch / Zermatt /
Für die Reisenden nach Zermatt wird im Herbst 2006 definitiv ein
neues Zeitalter anbrechen. Am Mittwoch erfolgte in Täsch der Spatenstich
für den grossen Umsteigeterminal, der samt neuem Rollmaterial rund
74 Millionen Franken kosten wird.
Von German Escher
Fünf Jahre nachdem die damalige BVZ der Öffentlichkeit ihre
Vorstellungen eines neuen Terminals in Täsch vorgestellt hat, erfolgte
nun der feierliche Spatenstich. Für die Gäste, aber auch für
Täsch wird damit ein neues Kapitel aufgeschlagen. Zum einen gehören
dann die heutigen, eines Weltkurortes kaum würdigen Umsteigeverhältnisse
der Vergangenheit an. Zum anderen wird der riesige Parkplatz durch eine
moderne, gedeckte Anlage ersetzt, die letztlich auch die Dorfschaft entscheidend
aufwerten dürfte.
Ein Mammut-Projekt
Das Terminal-Projekt besteht aus verschiedenen Teilvorhaben. Im Parkingsektor
werden auf drei Etagen insgesamt 2104 gedeckte Einstellplätze erstellt.
Auf dem Dach ist ein Heli-Landeplatz für allfällige Evakuationsflüge
vorgesehen. Auch die Zu- und Wegfahrten zum Parking werden optimiert.
Im Unterschied zum ursprünglichen Projekt erfolgt die Einfahrt neu
über einen Kreisel. Das entsprechende Auflageprojekt wird derzeit
noch erarbeitet. Ein neues Aufnahmegebäude wird als Nahtstelle zwischen
Strasse und Bahn die Umsteigeverhältnisse wesentlich verbessern.
Dazu gehört eine moderne Bahnhofhalle mit entsprechender Infrastruktur
ebenso wie ein gedeckter Zugang bis an die Perronanlagen, die ebenfalls
neu erstellt werden. Für die Reisecars ist eine überdachte Busvorfahrt
mit zehn Standplätzen geplant. Im Dienstleistungszentrum sind Caféteria,
Kiosk, und Läden vorgesehen.
Die Bauherrschaft des Matterhorn Terminals besteht zum einen aus der
Matterhorn Gotthard Bahn, zum andern aus der Genossenschaft Parking Täsch
und aus der Gemeinde Täsch. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 74
Millionen Franken. 40 Millionen gehen zu Lasten der MGB, die ihrerseits
wieder rund 30 Millionen an Subventionen erhält. 32 Millionen übernimmt
die Parkinggenossenschaft. Die Gemeinde Täsch muss sich mit zwei
Millionen Franken beteiligen.
Vier Bauetappen
Der Bau des Terminals muss unter Aufrechterhaltung eines sicheren
Parkplatz- und Bahnbetriebes erfolgen, betont MGB-Mediensprecher
Helmut Biner. Gäste und Bevölkerung von Täsch sollen
möglichst wenig Behinderungen erleiden. Deshalb wird das Projekt
auch etappenweise erstellt. In zwei Bauphasen werden zuerst die Hälfte
des Parkhauses sowie das Aufnahmegebäude mit dem Dienstleistungszentrum
erstellt. Nach Inbetriebnahme dieser Bauten mit der neuen Schalteranlage
wird in einer dritten Phase der zweite Teil des Parkings gebaut. In der
letzten Etappe werden die neuen Bahnanlagen realisiert.
Umweltbaubegleitung notwendig
Eigentlich sind vom 15. Juni bis 15. September in Täsch Aushub-
und Abbruchtransporte mit Lastenwagen und der Einsatz von grösseren
Baumaschinen untersagt. Für Arbeiten im öffentlichen Interesse
kann die Gemeinde Ausnahmen bewilligen. Dies sieht auch die eisenbahnrechtliche
Baubewilligung vor unter der Auflage, dass Baulärm-Richtlinien des
Bundesamtes für Umwelt (BUWAL) eingehalten und eine Umweltbaubegleitung
gewährleistet wird. Ein entsprechender Auftrag werde umgehend erteilt,
versichert Mediensprecher Biner der RZ.
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