| Die einstigen Staatsbetriebe
machen auf Unternehmertum. Konkret heisst dies meistens: Dienstleistungen
werden abgebaut - und das mit Vorliebe im Berggebiet. Die Schliessung
der Poststellen ist da nur ein Beispiel. Aus der einstigen flächendeckenden
Erbringung von Basisdienstleistung bis ins abgelegenste Dorf wird ein Service
Public light. Dabei vergessen die Postmanager allzu oft, dass die Bergler
nicht nur Steuerzahler, sondern auch treue Kunden sind und von der aufkommenden
Konkurrenz nur bedingt profitieren können.
Ähnlich verhält es sich mit der Swisscom, die in unserer
Region kontinuierlich Stellen abgebaut hat. Die Folge: Als nächstes
wird wohl die Lehrwerkstätte in Glis geschlossen. Kein Zweifel: Die
Swisscom ist auf Rückzugsgefecht. Der halbstaatliche Telekommunikationsbetrieb
lässt sich lieber auf risikobehaftete Auslands-geschäfte ein
statt die Verantwortung als Dienstleister und Arbeitgeber auch in Berggebieten
weiterhin vollumfänglich wahr zu nehmen. Bei der Ausbildung der Informatikberufe
sollen plötzlich die Oberwalliser KMUs in die Bresche springen. Dass
diese nicht gleich in Euphorie ausbrechen, ist verständlich. Denn
in verschiedenen Sektoren ist Swisscom nicht bloss Partner, sondern auch
harter Konkurrent der Oberwalliser Unternehmer. Jüngstes Beispiel:
Swisscom lanciert mit offizieller Unterstützung des Kantons die Sponsoring-Offensive
Schulen ans Internet. Schulen sollen für drei Jahre gratis,
aber nicht ganz uneigennützig ans weltumspannende Kommunikationsmedium
der Zukunft angeschlossen werden. Diese Dienstleistung wenn auch
nicht kostenlos bieten ebenfalls Oberwalliser Firmen an. Aber wie
sollen innovative Betriebe sich in unserer Region weiterentwickeln (und
Nachwuchs ausbilden), wenn diese vom grossen Mitbewerber ums Geschäft
gebracht werden? Und das mit Hilfe des Kantons.
Politik ist oft kurzsichtig, Sparpolitik im Besonderen!
|