| Ausserberg / Eggerberg
/ Die Zahl der Güternachtzüge über die BLS-Südrampe
wird trotz NEAT-Basistunnel ansteigen. Die Folge: Die Lärmbelastungen
für die Anwohner in Ausserberg und Eggerberg werden weiter zunehmen.
Die vorgeschlagenen Lärmschutzmassnahmen, die vergangenen Monat öffentlich
auflagen, werden von den Gemeinden als ungenügend zurückgewiesen.
Insgesamt gingen beim Bundesamt für Verkehr (BAV) fünfzig Einsprachen
aus Ausserberg und zwanzig aus Eggerberg ein, wie BAV-Sprecher Gregor Saladin
gegenüber der RZ erklärt.
Von German Escher
Die Situation ist jetzt schon katastrophal. In der Nacht fahren
immer mehr Güterzüge vorbei, ärgert sich Klaus Zimmermann,
Gemeindeschreiber von Eggerberg und Anwohner. Und es wird wohl noch lauter,
wie das neue Lärmsanierungsprojekt für die Gemeinden Eggerberg
und Ausserberg zeigt.
Mehr Nachtzüge
Wer nach der NEAT-Eröffnung mit einem Rückgang des Bahnverkehrs
gerechnet hat, muss sich eines besseren belehren lassen. Wir waren
erstaunt, dass der Transitverkehr trotz NEAT bis 2015 auf der Bergstrecke
noch zunehmen wird, gesteht Odilo Schmid, Gemeindepräsident
von Ausserberg. Die Projektunterlagen zur Lärmsanierung enthalten
klare Zahlen: Heute rollen pro Tag 59 Personen- und 23 Güterzüge
über die BLS-Südrampe, 13 davon sind Nachtzüge. Im Jahr
2015 rechnen die Planer täglich mit 58 Reise- und 34 Güterzügen.
Allein während der Nacht werden 22 Güterzüge erwartet.
Die Schlussfolgerung der Projektverantwortlichen: Es findet eine
Verlagerung in die Nachtperiode statt. Insbesondere die Güterzüge
nachts tragen wesentlich zur Lärmbelastung bei. Dies führt dazu,
dass trotz guter Wirkung der Rollmaterialsanierung die Lärmbelastung
nachts im Jahr 2015 höher sein werden als im heutigen Zustand und
entsprechend bei mehreren, gleisnahen Gebäuden mit lärmempfindlichen
Räumen die Immissionsgrenzwerte überschritten werden.
Beschränkter Schutz
Trotz stärkerer Belastung werden nur beschränkte Lärmschutzmassnahmen
vorgeschlagen. In Ausserberg will die BLS auf einer Länge von siebzig
Metern eine ein Meter hohe Schutzwand bauen und bei verschiedenen Gebäuden
die Hälfte der Kosten für den Einbau von Schallschutzfenstern
übernehmen. Kostenpunkt insgesamt: 237`000 Franken. Für die
Anwohner und die Gemeinde sind diese Massnahmen ungenügend. Wir
fordern an zwei Orten Lärmschutzwände von 150 bis 200 Metern
und Massnahmen beim Bahnhof, begründet Gemeindepräsident
Odilo Schmid gegenüber der RZ die Einsprache der Gemeinde. Zudem
sei für noch nicht überbautes Bauland ein Minderwert zu bezahlen.
Ähnlich die Forderungen in Eggerberg, wo lediglich 68`000 Franken
für die Subventionierung von Schallschutzfenstern vorgesehen sind.
Die Gemeinde hat im Interesse der Bevölkerung eingesprochen,
bestätigt Gemeindepräsidentin Rafaela Wasmer der RZ. Aufgrund
der topografischen Verhältnisse in Eggerberg halten die BLS-Planer
Lärmschutzwände nicht für sinnvoll. Ohne bauliche
Massnahmen wird man das Lärmproblem in Eggerberg nicht lösen
können, hält die Präsidentin entgegen. Sie hofft,
dass die BLS die Forderungen der Gemeinden gebührend berücksichtigen
wird. Bis jetzt haben wir mit der BLS immer gut zusammengearbeitet.
Auch bei den kürzlichen Gesprächen zum neuen Fahrplan hat man
unsere Anliegen ernst genommen.
Ihre
Meinung interessiert uns!
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