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Die Walliser Polizei verzichtet auf den Einsatz der Elektroschockwaffe „Taser“
Keine Strompistolen!

 
Brig / Sitten / Die Walliser Polizei bekommt vorläufig keine Elektroschockwaffen. Weder die Kantons- noch die Gemeindepolizei werden in naher Zukunft mit dem sogenannten „Taser“ ausgerüstet. Das bestätigt eine Anfrage der RZ bei den entsprechenden Polizeikorps.

„Nein, das Kommando der Kantonspolizei lehnt die Beschaffung von Elektroschockwaffen ab“, erklärt Renato Kalbermatten, Sprecher der Kantonspolizei, gegenüber der RZ. „Unsere Interventionsgruppe hat die Waffe getestet und ist zum Schluss gekommen, dass das Gerät vorläufig nicht zum Einsatz kommt. Die Waffe ist zu wenig ausgereift und die Verletzungsgefahr zu hoch.“ Die Walliser Kantonspolizei würde weiterhin mit Pfefferspray, Schlagstock und Dienstwaffe augerüstet. Auch bei den Einheiten der Gemeindepolizei in Brig und Visp ist der „Taser“ kein Thema. „Die Waffe ist zu wenig erprobt und wir wollen hier keine Pionierrolle übernehmen“, so der Briger Polizeipräsident Andreas Zenklusen. Auch Bruno Zenhäusern von der Gemeindepolizei Visp verneint eine entsprechende Anfrage.

Stromschlag von 50‘000 Volt
Der „Taser“ ist eine Art Pistole, die aber anstatt Kugeln zwei Projektile mit Elektroden in Haut oder Kleidung schiesst. Die getroffenen Personen werden dann mit einem Stromschlag von 50‘000(!) Volt ausser Gefecht gesetzt (zum Vergleich: Aus der Steckdose kommt Strom mit einer Spannung von 230 Volt). Die Folge: Der Getroffene sackt zu Boden und ist für wenige Sekunden gelähmt. Das ermöglicht der Polizei, den Täter ohne Probleme zu überwältigen. Trotz intensiver Übungen mit der Waffe ist aber ein Restrisiko nicht auszuschliessen. Neben möglichen Augenverletzungen und der Gefahr bei Stürzen sind auch die Auswirkungen bei Schwangeren oder herzkranken Zielpersonen nicht geklärt.

„Taser“ im Einsatz
Die Schweiz hat als erstes europäisches Land die neue Waffe „Taser“ formell genehmigt. Bis heute sind schon einige Polizeikorps mit der Elektroschockwaffe ausgerüstet. So hat die Sondereinheit „Barracuda“ der Kantonspolizei Basel-Land schon vor anderthalb Jahren drei sogenannte „Taser“ angeschafft und auch schon einmal „erfolgreich eingesetzt“. Im Kanton Schwyz ist der Elektroschocker ebenfalls im Einsatz. Und die Stadt- und Kantonspolizei Zürich steht kurz davor, den „Taser“ anzuschaffen. BW


 

 

      
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