D i e   a u f l a g e s t ä r k s t e   Z e i t u n g   d e s   O b e r w a l l i s

      
Ruth Seeholzer
Dümmer gehts nimmer?

 

42 Prozent durch die Abschlussprüfungen durchgerasselt! Das ist dicke Post. Natürlich müssen sich jetzt alle Beteiligten fragen, was das zu bedeuten hat. Über die Bücher gehen müssen einerseits die Handwerksbetriebe, die die Lehrlinge ausbilden. Haben wir den Nachwuchs genug motiviert? Haben wir ihnen immer wieder auch interessante und lehrreiche Aufgaben zu bewältigen gegeben? Die Berufsbildungsämter müssen sich fragen, ob nicht Zwischenprüfungen ein wichtiger Massstab wären, damit Auszubildende nicht erst nach vier Jahren feststellen, dass sie für diesen Beruf nicht geeignet sind. Fragen müssen sich aber auch Eltern, BerufsberaterInnen und Oberstufenlehrer, ob sie den Jugendlichen von heute wirklich das richtige Bild der verschiedenen handwerklichen Berufe vermitteln. Und wir alle müssen uns fragen, was wir eigentlich von den heutigen Jugendlichen erwarten. „Die sind doch stinkfaul!“ ist schnell gesagt, doch überhaupt nicht wahr. Vielmehr ist in der heutigen Gesellschaft der handwerkliche Beruf nicht mehr sehr gross angesehen. „Also mein Botsch geht ganz sicher aufs Gymnasium!“ ist etwas, das man immer und immer wieder hört. Dabei wissen Jugendliche in der Regel sehr genau, was sie wollen und was sie können. Schlimm wird es nämlich erst dann, wenn auch nach dem x-ten Anlauf noch immer kein Diplom in Sicht ist. Für den Einzelnen, die Einzelne ist diese Tatsache mehr als eine Katastrophe. Und gerade eingedenk dieser Tatsache wird es höchste Zeit, dass wir gesamtgesellschaftlich etwas dagegen unternehmen, dass Jugendliche durch alle Maschen unseres sozialen Gefüges rasseln. Ihrer Zukunft zuliebe.

 

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