|
42 Prozent durch die Abschlussprüfungen
durchgerasselt! Das ist dicke Post. Natürlich müssen sich jetzt
alle Beteiligten fragen, was das zu bedeuten hat. Über die Bücher
gehen müssen einerseits die Handwerksbetriebe, die die Lehrlinge
ausbilden. Haben wir den Nachwuchs genug motiviert? Haben wir ihnen immer
wieder auch interessante und lehrreiche Aufgaben zu bewältigen gegeben?
Die Berufsbildungsämter müssen sich fragen, ob nicht Zwischenprüfungen
ein wichtiger Massstab wären, damit Auszubildende nicht erst nach
vier Jahren feststellen, dass sie für diesen Beruf nicht geeignet
sind. Fragen müssen sich aber auch Eltern, BerufsberaterInnen und
Oberstufenlehrer, ob sie den Jugendlichen von heute wirklich das richtige
Bild der verschiedenen handwerklichen Berufe vermitteln. Und wir alle
müssen uns fragen, was wir eigentlich von den heutigen Jugendlichen
erwarten. Die sind doch stinkfaul! ist schnell gesagt, doch
überhaupt nicht wahr. Vielmehr ist in der heutigen Gesellschaft der
handwerkliche Beruf nicht mehr sehr gross angesehen. Also mein Botsch
geht ganz sicher aufs Gymnasium! ist etwas, das man immer und immer
wieder hört. Dabei wissen Jugendliche in der Regel sehr genau, was
sie wollen und was sie können. Schlimm wird es nämlich erst
dann, wenn auch nach dem x-ten Anlauf noch immer kein Diplom in Sicht
ist. Für den Einzelnen, die Einzelne ist diese Tatsache mehr als
eine Katastrophe. Und gerade eingedenk dieser Tatsache wird es höchste
Zeit, dass wir gesamtgesellschaftlich etwas dagegen unternehmen, dass
Jugendliche durch alle Maschen unseres sozialen Gefüges rasseln.
Ihrer Zukunft zuliebe.
Ihre
Meinung interessiert uns!
|