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Zermatt / Das Panorama, das sich den Besuchern
der SAC-Hütte Monte Rosa bietet, ist imposant. Das haben wohl auch
die ETH-Studenten gedacht, die im Rahmen eines Projektwettbewerbes unter
anderem einen Aussichtsturm als neue SAC-Hütte vorgeschlagen haben.
Weniger schön ist das Resultat der Juryierung: Weil keine Einigung
gefunden wurde, müssen die Projekte nun überarbeitet werden.
Von German Escher
Die Hütte Monte Rosa ist in einem sehr schlechten Zustand,
erklärt Ingrid Alder, Präsidentin der SAC-Sektion Monte Rosa.
Nach dem Anbau ergaben sich bauphysikalische Probleme, die lange nicht
bemerkt wurden. Heute ist das Dach undicht und das Holz teilweise morsch.
Es besteht Handlungsbedarf in der renommierten Berghütte, die bis
zu 150 Personen einen Schlafplatz, aber über viel zu wenig Sitzplätze
bietet. Auch dieses Manko gilt es laut Präsidentin Alder zu beheben.
ETH übernimmt die Projektarbeit
In der Not kam das Angebot der ETH Zürich gerade recht. Zur 150-
Jahrfeier, welche die Hochschule 2005 begeht, wollte die ETH ein bleibendes
Zeichen setzen, welches, ihren Anspruch als international bedeutende Hochschule
repräsentiert. Da drängte sich die bekannte, aber stark renovationsbedürftige
Hütte Monte Rosa geradezu auf. Entweder müsse diese ausgekernt
und dann erweitert oder völlig neu erbaut werden, kam die ETH zum
Schluss. Die Hochschule gründete deshalb letztes Jahr das Architekturstudio
Monte Rosa, in dem unter der Leitung von Professor Andrea Deplazes Studenten
an verschiedenen Projektideen arbeiten. Der Anspruch der Hütten-Planer
ist beachtlich. Im Rahmen der Weltausstellung 2005 in Aichi (Japan) plant
die Schweiz den Bau eines künstlichen Berges, in dessen Innern als
Schwerpunkt unter anderem die neue Monte Rosa-Hütte präsentiert
werden sollte.
Kein Jury-Entscheid
Wie diese Präsentation in Japan genau wird, scheint derzeit ungewiss.
Der Grund: Am 20. Juli hätte die Jury das Siegerprojekt bestimmen
sollen. Wir konnten noch nicht entscheiden, gesteht die Präsidentin
Ingrid Alder gegenüber der RZ. Die Projekte hätten von der praktischen
Seite her zu wenig überzeugt. Wir wollten nicht riskieren,
jetzt ein Wettbewerbsprojekt auszuwählen das nicht auf alle Fragen
(Technik, Statik, Energie, Logistik) Antworten geben kann und später
feststellen, dass es nicht das beste gewesen ist, erklärt Peter
Buechel, Präsident der SAC-Hüttenkommission und Jurymitglied.
Den Ausschlag gegeben haben auch ästhetische Gründe. So sind
Turmvarianten mit bis zu sieben Geschossen vorgeschlagen worden. Diese
Bauwerke sind schön, passen aber besser an den Stadtrand als ins
Hochgebirge, gesteht Alder. Peter Buechel, selber Architekt meint:
Sechs bis siebenstöckige Gebäude finden sie auch im Wallis,
beispielsweise in Evolène. Im Wallis stehen auch die höchsten
Holzhäuser überhaupt. Zudem ist es immer eine Frage der Integration
in der Landschaft. In Bezug auf die umliegenden Berge ist die Höhe
dieses speziellen Projektes nahezu vernachlässigbar. Zudem muss man
die Projekte sehen, bevor man darüber urteilt, ohne zu wissen, wie
und wo sie gebaut werden könnten.
Fristerstreckung bis März 2005
Die Jury hat nun vier Projekte zur Weiterbearbeitung ausgewählt.
Ein Vorschlag sieht einen Teilabbruch samt Auskernung mit einem modernen
Erweiterungbau vor. Die anderen Projekte sind reine Neubauten. Bis im
März 2005 haben die Studenten Zeit, ihre Vorschläge zu überarbeiten.
Wird dann auch entschieden, soll noch im selben Jahr die Grundsteinlegung
erfolgen. Wichtiger als der Zeitplan sind Ingrid Alder, selber Chefin
in der Dent Blanche Hütte, zwei Dinge: Die Hütte muss
in erster Linie praktisch sein. Und sie darf nicht mehr als 2,5 Millionen
Franken kosten.
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