|
Weihnachten ist das Fest der Freude...
und der politischen Unvernunft. Das könnte zumindest auf das Christfest
2004 zutreffen. Losgelöst von der wirtschaftlichen Realität
werden in Bundesbern Weisungen erlassen und in Sitten gehorsam umgesetzt,
dass einem nur noch Kopfschütteln übrig bleibt.
Dass das Weihnachtsfest zum Geschäftsevent des Jahres wird
darüber kann man sich freuen oder ärgern. Zumindest dem Konsumenten
ist es überlassen, nach seinem Gusto am Christmasshopping mitzutun.
Das sehen freilich die Regulierer vom Dienst anders. Der halbe Tag
Mehrarbeit am Sonntag und das einmal im Jahr beschäftigt
die Wächter über Norm und Arbeitszeit derart, dass ihnen ein
zwingende Weisung unumgänglich erscheint. Obwohl Öffnungszeiten
und Entschädigungen geregelt sind, braucht es neu noch ein zwingendes
Bedürfnis.Und derartig zwingendes Verlangen scheint nach Behördeinterinterpretation
dann gegeben, wenn gleichentags ein Weihnachtsmarkt stattfindet. Der logische
Zusammenhang ist zumindest für mein bescheidenes Journalistenhirn
nicht nachvollziehbar. Trotzdem: Ohne Adventsmarkt läuft dieses Jahr
nichts. Und so blieb den Gewerbeverantwortlichen nichts anderes übrig,
als kurz vor der Sommerpause bei ihren Gemeinderäten eine Bewilligung
für einen solchen Markt einzuholen, einen Plan mit (fiktiven) Ständen
zu zeichnen und sämtliche Unterlagen zum Gesuch geschnürt bis
Ende Juli in Sitten einzureichen. Damit die Gewerbler das Ganze ja nicht
auf die leichte Schulter nehmen, machte die Kantonsverwaltung gleich klar:
Der Ausschank von Glühwein, Verpflegungsstände und einzelne
Attraktionen gelten nicht als Weihnachtsmarkt. Fehlt noch, dass die Dienststellen
verfügen: An Weihnachten darf nur noch rot-weisses Geschenkpapier
verwendet werden...
Ihre
Meinung interessiert uns!
|