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Im Oktober soll es losgehen mit dem Bau des Hochwasserschutzes für Mörel
Endlich Hochwasserschutz für Mörel

 

Mörel / Am 15. Oktober wird sich der grosse Murgang zu Mörel bereits zum vierten Mal jähren. Bis heute konnten die versprochenen Schutzbauten jedoch noch nicht realisiert werden.

Von Ruth Seeholzer

„Mörel ist zweigeteilt!“, titelte der WB. Und weiter: „Am Sonntagmorgen gegen sechs Uhr brach der Dorfbach durch die Gemeinde Mörel und hinterliess ein Bild der Zerstörung. Das Unwetter forderte einen Verletzten, der Sachschaden ist enorm.“ Was sich niemand hatte vorstellen können, war eingetroffen. Eine Schlammlawine donnerte im Bett des Dorfbaches zu Tal und zerstörte Häuser, Strassen und Brücken. Da rächten sich alte Planungssünden, als man Abstände nicht einhielt und Brückendurchlässe viel zu eng gestaltete. Doch Mörel war mit einem blauen Auge davon gekommen. Menschenleben waren keine zu beklagen. Noch am gleichen Tag ging man an die Aufräumungsarbeiten.

Ein neues Hochwasserkonzept
Bald darauf war allen Beteiligten klar, dass Mörel ein neues Hochwasserkonzept benötigt. Wie andernorts auch musste zuerst eine sogenannte Ereignisanalyse erstellt werden, um abzuklären, in welchem Umfang die Schutzbauten benötigt werden. Damit war bereits ein knappes Jahr vergangen. „Im Sommer 2002 fanden mehrere Begehungen mit den betroffenen Parteien statt, um allfällige Einsprachen zu verhindern“, erklärt Gemeindepräsidentin Marianne Imfeld gegenüber der RZ. Doch als man im darauffolgenden Herbst das gesamte Dossier nach Bern schickte, kam die Meldung zurück, dass die Kosten gesenkt werden sollten. Für die Neuplanung gingen wieder Monate drauf. Im März 2003 wurde das Hochwasserschutzkonzept öffentlich aufgelegt.

Bauten Enden 2006 fertig
Trotz aller vorbeugenden Massnahmen konnte nicht verhindert werden, dass vier Einsprachen eingingen. „Wenn es ums Eigentum geht, ist die Sache halt immer etwas heikler“, erklärt die Gemeindepräsidentin verständnisvoll. So verzögerte sich die Realisierung des Hochwasserschutzkonzeptes erneut. Hatte man denn keine Angst, dass sich in diesen ‚schutzlosen’ Jahren solch ein Ereignis wiederholen könnte? „Ausschliessen kann man natürlich nichts“, meint Marianne Imfeld. „Doch der Bach ist ausgeräumt. Und beim Unwetter vor vier Jahren handelte es sich um ein sogenanntes dreissigjähriges Ereignis. Das heisst, dass wir nicht gerade jeden Tag mit einer Wiederholung rechnen müssen.“ Tatsache ist, dass die ersten Arbeiten für den Abriss der zwei betroffenen Wohnhäuser und der alten Seilbahn-Talstation nun endlich im Amtsblatt ausgeschrieben sind. Eine Prognose mag die Gemeindepräsidentin nicht gerne erstellen. Doch sie hofft, dass bis Oktober 2006 die gesamten Bauarbeiten abgeschlossen sind.

Die Ufer des Mörjer Dorfbaches sollen erhöht, zwei Wohnhäuser und die alte Seilbahn-Talstation (hinter dem Bagger) abgerissen werden.(Bild ZVG)

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