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Die Gemeinden Ausserberg und Raron streiten um Strassengebühren
„Inakzeptabler Strassenzoll“

 

 

St. German / Ausserberg möchte, dass auch die St. Germaner eine jährliche Gebühr für die Benutzung der Ausserberger Strassen zahlen. Doch der Rarner Gemeinderat hat dies strikt abgelehnt.

Von Ruth Seeholzer

Seit dem 1. Januar 2004 verlangen die Ausserberger Gebühren von den Benutzern ihrer Forst- und Waldstrassen. Die Auswärtigen werden mit hundert Franken zur Kasse gebeten, den Einheimischen werden zwanzig Franken verlangt. Nun gibt es jedoch Strassen auf Gemeindeboden, die hauptsächlich von den St. Germanern benutzt werden. Die Rede ist vom Strassenabschnitt zwischen St. German Dorf und dem BLS Trassee. Nun hat die Gemeinde Ausserberg der Gemeinde Raron beantragt, von denjenigen Bewohnern von St. German, die ihre Güter auf Ausserberger Boden bewirtschaften, auch eine jährliche Gebühr von zwanzig Franken einzuziehen.

„Inakzeptabler Strassenzoll“
Mit dem Titel „Inakzeptabler Strassenzoll“ im Rarner Gemeindeblatt reagierte die Gemeinde Raron prompt auf die Ausserberger Anfrage. „Eine Gebührenerhebung betrachtet der Gemeinderat von Raron schon deshalb als fragwürdig, weil die St. Germaner ja für die Güter auf Gebiet der Gemeinde Ausserberg jährlich eine minimale Grundstückssteuer von
25 Franken bezahlen“, schreibt der Gemeinderat. „Und im Übrigen“, heisst es weiter, benutzten ja auch Ausserberger die Rarner Strassen, um auf die besagten Forst- und Waldstrassen zu gelangen. „Für diese Strassen bestreitet die Gemeinde Raron ganzjährig kostenlos den Unterhalt.“ Und als letztes führt die Gemeinde Raron noch auf, dass die Gemeinden Raron, Bürchen und Unterbäch gemeinsam das Häckselgut der Reben auf ihre Kosten entsorgten, ohne dass die Gemeinde Ausserberg für ihre Rebparzellen-Besitzer um St. German belangt wird.

Keine Antwort aus Raron
Odilo Schmid, Ausserberger Gemeindepräsident, schüttelt den Kopf, als er mit diesen Sätzen des Rarner Gemeinderates konfrontiert wird. „Wir haben an die Gemeinde Raron eine einfache Anfrage gemacht. Eine Antwort auf diese Anfrage nun öffentlich über das „Rarner Blatt“ zu erhalten, ist nicht gerade die feine englische Art“, zeigt sich Schmid leicht verärgert. Der Gemeinderat soll nun in seiner nächsten Sitzung entscheiden, wie man auf diesen Rarner Bericht reagieren will. Aber eines kann sich Schmid nicht verkneifen: „Wer führt denn heute noch das Häckselgut ab? Das verteilt man doch in den Reben.“ Und fügt mit einem Schmunzeln an: „Das gibt dann den wirklich guten Humus...“

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