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Ruth Seeholzer
Appa nid nix...

 

Der grösste Oberwalliser Anlass, das Open Air in Gampel, ist soeben vorbei. Neunundsiebzigtausend(!) Tageseintritte wurden gezählt. Von vielen ‚Üsseren‘ war auch dieses Jahr wieder zu hören, dass Gampel einfach das geilste seiner Art in der ganzen Schweiz sei. Nirgends so viel Sonne, nirgends so ein Ferienfeeling und nirgends die bessere Stimmung.

Aber nicht nur das Open Air in Gampel, auch andere Anlässe sind kleinere oder grössere Höhepunkte in diesem Jahr. So läuft diese Woche noch das – auch open air – Kino-spektakel im Stockalperhof in Brig mit erklärten Trouvaillen, die man sonst in der hiesigen Kinoszene nicht ums Erste zu sehen bekommt. Auch hier ist praktisch jeder Abend ausverkauft. Und auch hier tummeln sich nicht nur Einheimische, sondern Gäste, die dieses ganz besondere Schloss-Ambiente überaus schätzen. Und last but not least muss noch das Operetten-Spektakel zu Leuk (auch hier: open air!) erwähnt werden. Diese ‚Nacht in Venedig‘ wird wohl allen Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben. Und von den Besuchern – interessanterweise finden sich auch hier sehr viele auswärtige Gäste darunter – hört man nur Bewunderungsrufe, tosenden Applaus und herzliches Gelächter. – Wallis goes open air, könnte man sagen. Doch noch ein ganz anderes Fazit kann man aus dieser kurzen Aufzählung ziehen: Es ist ‚appa nid nix‘, was sich hier im deutschsprachigen Teil des Wallis, in demjenigen Teil, der sich selber gerne bemitleidet und häufig als arme Randregion abstempelt, zumindest kulturell abspielt. Die Freunde des Wallis, das sind diejenigen, die immer wieder herkommen, ob jung oder alt, die haben das schon lange begriffen.

 

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