D i e   a u f l a g e s t ä r k s t e   Z e i t u n g   d e s   O b e r w a l l i s

      
Postinitiative will weitere Abbaupläne verhindern
Postabbau soll gestoppt werden

 

Oberwallis / Am Wochenende vom 25./26. September wird nicht nur über die Einbürgerungen und den Mutterschaftsurlaub abgestimmt. Mit der Vorlage „Postdienst für alle“ soll dem Postabbau Einhalt geboten wird.

Von Walter Bellwald

Zwanzig Prozent der insgesamt rund 3’400 Poststellen in der ganzen Schweiz wurden in den letzten drei Jahren abgebaut. Noch drastischer sieht die Bilanz im Oberwallis aus: Von insgesamt 89 Poststellen wurden mehr als ein Drittel (34 Filialen) umstrukturiert. Davon wurden zwei Filialen geschlossen, sieben Poststellen in eine Agentur umgewandelt und 25 Ortschaften werden nur noch per Hausservice bedient.

Service Public aufrechterhalten
Geht es nach dem Willen der Befürworter der Postinitiative, soll mit dem Poststerben endgültig Schluss sein. Die Volksinitiative „Postdienst für alle“ verlangt, dass der Bund die Grundversorgung mit Postdiensten und ein flächendeckendes Postellennetz garantiert. Zusätzlich muss der Bund Abgeltungen leisten, falls die Einnahmen der Post aus Mono-pol- und Konzessionsgebühren nicht genügen. „Der Service Public muss aufrechterhalten und die Liberalisierung gestoppt werden“, verlangt German Eyer von der Gewerkschaft Bau und Industrie (GBI) als Befürworter der Initiative. „Es ist vor allem für eine Randregion wie das Oberwallis sehr wichtig, dass wir auch in Zukunft ein intaktes Poststellennetz haben.“ Mit der Schliessung von Poststellen gehe auch ein Stück Lebensqualität verloren, so Eyer weiter. Dadurch würden die Randregionen weiter entvölkert und die Existenzgrundlagen gefährdet.

Zufriedene Postkunden
Dem halten die Gegner der Initiative entgegen, dass mit der revidierten Postverordnung, die seit Anfang des Jahres in Kraft ist, die Hauptanliegen der Initiative bereits erfüllt seien. „Im Postgesetz ist ein flächendeckendes Poststellennetz bereits heute vorgesehen“, schreibt Thomas Gsponer, Direktor der Walliser Industrie- und Handelskammer, in einer Stellungnahme. Die Schweiz verfüge über eines der dichtesten Poststellennetze in Europa. „Verschiedene Umfragen zeigen, dass die Kunden mit den neuen Formen wie Agenturen oder Filialen, aber auch mit dem Hausservice sehr zufrieden sind.“ Auch dem Anhörungsrecht der Gemeinden bei Entscheiden zum Poststellennetz werde schon heute Rechnung getragen. „Dadurch werden die Bedenken der lokalen Bevölkerung berücksichtigt.“

Grundversorgung gewährleistet
Auch Bund und Parlament haben sich gegen die Annahme der Post-initiative ausgesprochen. Das Hauptanliegen der Initiative, flächendeckend gute Postdienste zu gewährleisten, sei erfüllt. Und mit dem revidierten Postgesetz und der neuen Postverordnung würde auch in Zukunft eine landesweite Grundversorgung mit Postdiensten gewährleistet werden. Einzig die Übernahme des Post-Defizits durch den Bund sei nicht im Gesetz verankert und stehe im Widerspruch zu den Bemühungen um eine Sanierung des Bundeshaushalts. Trotzdem sind die Befürworter der Meinung, dass der Bund ein mögliches Defizit des Gelben Riesen tragen soll. „Bei einer Annahme der Initiative entfällt der unheimliche Spardruck auf die Post“, hält German Eyer fest und ist überzeugt: „Der politische Wille darf letztendlich auch etwas kosten.“

Ihre Meinung interessiert uns!


 

 

      
Heute & morgen

/

/


RZ-Newsletter
Email-Adresse eingeben und Sie werden informiert:
Suchen


Have a look at: