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Wann ist eine Mutter eine gute Mutter?
Dreimal wurde in den letzten fünfzig Jahren bereits über eine
Mutterschaftsversicherung abgestimmt und jedes Mal ging es eigentlich
nur um diese Frage. Muttermodelle gibt es viele: die Vorzeigemutter, das
Heimchen am Herd, die Übermutter, die Teilzeit- und Karrieremutter.
Neben Vollzeitmüttern gibts natürlich auch die Rabenmütter.
Und alle, wirklich alle, wissen ganz genau, wie eine Mutter zu sein hat.
Dabei kann man als Mutter eigentlich nur versagen. Als Glucken gelten
die einen, als kühle Karrieristinnen die anderen. Wann ist denn eigentlich
ein Vater ein guter Vater? Da wird alles viel einfacher. Geld muss er
mit nach Hause bringen, das ist klar. Denn er gilt als der Ernährer.
Ja, und alles andere ist dann eigentlich Beigemüse. Supplement, sozusagen.
Spielt er am Samstagnachmittag mit dem Junior Fussball auf dem Mättelti
vor dem Haus, wird das wohlwollend zur Kenntnis genommen. Geht er am Sonntagnachmittag
gar mit der ganzen Familie spazieren, ist männiglich im Dorf überzeugt,
dass er ein guter Vater ist.
Dass von den Frauen in ihrer Doppel- oder Dreifachrolle als Mutter,
Hausfrau und Erwerbstätige einiges mehr abverlangt wird, scheint
niemanden zu stören. Und daran wird auch eine Mutterschaftsversicherung,
sollte sie nun bei diesem Anlauf angenommen werden, nicht viel ändern.
Aber immerhin wäre diese Versicherung ein Zeichen in die richtige
Richtung. Wenn Frauen als vollwertige Mitglieder unserer Gesellschaft
angesehen werden sollen, so dürfen sie auch in den Genuss einer guten
Ausbildung kommen und das Gelernte im Arbeitsalltag anwenden. Auch
wenn sie Kinder haben. Und das Kinderkriegen ist ein ebensolcher Dienst
am Vaterland wie der Militärdienst. Es ist nur billig, diesen Erwerbsausfall
zu übernehmen für die ersten 14 Wochen! Darum gibt es
von meiner Seite ein überzeugtes Ja zur Mutterschaftsversicherung.
Ihre
Meinung interessiert uns!
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